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Versorgung der Flüchtlinge braucht Unterstützung

Marburger Tafel Versorgung der Flüchtlinge braucht Unterstützung

Flüchtlinge, die in den Landkreis kommen, haben zum Leben nur das Allernötigste – und erfüllen ­somit die Kriterien für die Aufnahme bei der Marburger Tafel. Diese hat ­jedoch nur begrenzte Kapazitäten.

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Mitarbeiter der Marburger Tafel sortieren gespendete Lebensmittel im Lager ein. Auch Flüchtlinge beziehen bei dem Verein.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Rund 1 600 Kunden kann die Marburger Tafel momentan im Landkreis Marburg-Biedenkopf versorgen, bereits Ende des letzten Jahres waren darunter auch 40 Flüchtlinge.
Nun „kommen täglich welche dazu“, sagt die 1. Vorsitzende der Tafel, Rita Vaupel. Man bemühe sich die Menschen in die Verteilung mit aufzunehmen, doch stoße man dabei an die Grenzen der Kapazität. „Wenn wir nichts haben, können wir auch nichts verteilen“, so Vaupel, die derzeit an der Planung für das Jahr 2015 sitzt.

Um die Versorgung der Kunden sicherzustellen, ist der Verein auf der Suche nach spendenbereiten Firmen, privaten Spenden, einem Kühlauto und weiterhin nach Mitarbeitern auf ehrenamtlicher Basis. „In der Vorweihnachtszeit fällt immer viel ab“, erläutert Vaupel, im neuen Jahr würden dann bei vielen Unternehmen eher die Lager leer geräumt.

„Einige Firmen haben uns auch schon mitgeteilt, dass sie in Zukunft härter kalkulieren wollen“, beschreibt sie die Probleme mit der aktuellen Versorgungslage. In Marburg „ist es im Moment noch in Ordnung“, sagt sie, besonders in den weiteren Ausgabestellen des Landkreises (Kirchhain, Stadtallendorf, Wetter) komme es jedoch zu Schwierigkeiten. Firmen, die überschüssig produzierte Ware abgeben, wären daher willkommen.

Aber auch Privatpersonen können helfen. Mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck (CDU) hatte die Tafel daher Ende Dezember die „Nudelchallenge“ gestartet, bei der zur Spende von haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln oder Reis aufgerufen wurde. Während frische Waren, wie Obst, Gemüse und Milchprodukte häufig vom Einzelhandel abgegeben werden, sind länger haltbare Lebensmittel eher Mangelware bei der Tafel. Vaupel betont jedoch, dass Nudeln und Reis bereits mehrfach gespendet wurden, hilfreich wären daher vor allem auch andere Produkte, wie etwa Zucker, Salz, Pudding, Backpulver oder Konservendosen.

Verständigung mit Händen und Füßen

Für Flüchtlinge, die aus anderen Kulturen kommen, sind mancherlei Dinge zunächst unbekannt, doch  „daran gewöhnen sie sich“, sagt Vaupel. Schwerer fällt aber die Kommunikation, da einige noch kein Deutsch sprechen. Viele der Mitarbeiter an der Ausgabe sprechen zudem kein gutes Englisch, doch gelänge es meist sich „mit Händen und Füßen“ zu verständigen. Sollte sich möglicherweise aber ein Übersetzer für Englisch, Französisch oder Arabisch finden, sei dem Verein damit deutlich geholfen. Auch darüber hinaus werden ehrenamtliche Helfer an der Ausgabe immer gesucht“.

Viele Flüchtlinge sind bei der Abholung sehr scheu, berichtet Vaupel aus den Eindrücken ihrer Mitarbeiter. Probleme gebe es zudem manchmal mit der Einhaltung deutscher Gepflogenheiten – wie etwa der Einhaltung vorgegebener Abholungszeiten. Um Flüchtlinge in den umliegenden Gemeinden beliefern zu können, benötigt die Tafel nach Auskunft von Vaupel außerdem einen neuen Kühlwagen, der circa 37 000 Euro kosten würde. Sollte sich das Fahrzeug bald finanzieren lassen, werde zudem ein Fahrer benötigt.

von Peter Gassner

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