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Versorger schließt Schadenersatz aus

Verunreinigung des Trinkwassers Versorger schließt Schadenersatz aus

Im Zuge der ­Wasserverschmutzung durch ­E.coli-Bakterien wird auch die Frage nach Schadenersatz laut.

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Nach der Verunreinigung des Trinkwasser werden erste Forderungen nach Schadenersatz laut.

Quelle: Oliver Berg

Marburg. „Nach bisherigen Erkenntnissen gilt die Wasserversorgungsverordnung. Und die sagt im Paragraph 6, dass ein Wasserlieferant nur für grob fahrlässiges und vorsätzliches Handeln zu haften hat“, erläutert Karl-Heinz Schäfer, Geschäftsführer des Zweckverbands Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW). Ein solches Handeln schließt er aus. „Dann wären wir über uns selbst erschrocken, wenn es nur den Anflug eines Gedankens gebe, dass wir vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hätten“, sagt er.

Bei dem Wasserversorger seien schon mehrere Anfragen zum Thema Schadenersatz eingegangen – „so gibt es E-Mails, wer denn dafür aufkomme, dass man Wasser abkochen musste, wer die Flaschen Wasser aus dem Getränkemarkt bezahlt und ähnliches“, sagt Schäfer im Gespräch mit der OP. Ein Kunde habe beispielsweise geschrieben, er habe 24 Stunden auf der Toilette verbringen müssen – doch das habe sich bereits am Donnerstag vor dem Schadensfall ereignet.

In einer weiteren Mail habe sich ein Kunde beschwert, dass sein kleiner Hund schon seit zwei Wochen Darmblutungen habe – er hätte bestimmt von dem „verdorbenen“ Wasser getrunken. Nun wolle der Mann gerne die 600 Euro Behandlungskosten durch die Veterinärklinik vom ZMW zurück. „Das hätten die E.colis jedoch auf keinen Fall verursachen können“, erläutert Schäfer. „Aber insgesamt halten sich die Beschwerden in Grenzen, weil offenbar der größte Teil der Kunden ganz vernünftig denkt und handelt“.

Koninuierliche Kontrollen der Wasserqualität

Der ZMW arbeite sehr gründlich und lege größten Wert auf die Qualität des Wassers. „Und die kommt nicht von selbst – entsprechend werden unsere Anlagen auch gepflegt und gewartet“, erläutert Schäfer. Zudem werde die Wasserqualität kontinuierlich mittels Proben kontrolliert – und zwar mit mehr als 1000 im Jahr, „das sind mindestens drei Proben pro Tag“, so der Geschäftsführer. Daher habe man ja in der vergangenen Woche auch sofort auf die Verunreinigung reagieren können.

„Mittlerweile ist der Brunnenkopf untersucht worden: Er wurde mit einem Kamerakopf befahren“, sagt Schäfer. Doch wie genau der Eintrag von E.coli-Bakterien erfolgt sei, stehe noch nicht fest. Denkbar sei, dass sich durch die vielen Starkregen-Ereignisse „etwas gesammelt hat, das tröpfchenweise durch die Mauern dringt. Noch wissen wir es nicht, aber das werden wir feststellen“, verspricht Schäfer – so seien derzeit Hydrogeologen im Einsatz. „Wir können ja das Risiko nicht eingehen, dass wir eine Schadstelle haben. Daher werden wir aufwendig suchen“, sagt er.

Denkbar sei auch, dass sich „irgendwo ein Tierchen eingenistet hat“ – auszuschließen sei bis zum endgültigen Finden der Eintragstelle nichts.

von Andreas Schmidt

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