Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Verkehr rauscht über Flüster-Asphalt

Stadtautobahn Marburg Verkehr rauscht über Flüster-Asphalt

Startschuss für eine leiserere Autobahn: Ab heute wird die Fahrbahndecke der Bundesstraße 3 erneuert. Eine Art Flüsterasphalt soll die Lärmprobleme, über die Anwohner klagen, eindämmen.

Voriger Artikel
„Halt endlich die Klappe!“
Nächster Artikel
Tegut erobert den Stadtwald

Auf 1,2 Kilometern wird die Stadtautobahn einen neuen lärmmindernden Asphalt bekommen.

Quelle: Foto: Heiko Krause

Marburg. Bis zu vier Dezibel soll der Lärm reduziert werden. Willi Kunze, Regionalbevollmächtigter bei Hessen Mobil, betonte bei einem Ortstermin, dass der 1,15 Kilometer lange Abschnitt der letzte sei, der saniert werden müsse. Die Straße weise erhebliche Schäden auf, bei Fertigstellung sei die Bundesstraße praktisch von Gießen bis hinter Marburg vollständig in einen sehr guten Zustand versetzt worden. Bis November sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein. 2,9 Millionen Euro werde Hessen Mobil investieren, so Kunze. Das sei etwa zehn Prozent mehr, als wenn herkömmlicher Asphalt zum Einsatz käme.

Drei Bauabschnitte

Aber durch den lärmmindernden Belag, sogenannten SMA-LA, werde eine Entlastung der Anwohner in einem spürbaren Umfang erreicht. Zudem würden zukünftig Betonleitwände die Fahrbahnen trennen und zwei Schilderbrücken ausgetauscht. Die Bauarbeiten werden in drei Abschnitte aufgeteilt, sagte Kunze. Im ersten bis September werde es nur zu wenig Verkehrsbehinderungen kommen. Im ersten Abschnitt werde auf einer Inselbaustelle zunächst mit Kanalarbeiten im Mittelstreifen begonnen, wobei Kanäle unter der Fahrbahn saniert und zum Teil erneuert würden. Die Auffahrt Mitte in Richtung Norden werde verkürzt und mit einem Stopp-Schild gesichert. In dieser Zeit würden die Stadtwerke auch die nicht mehr benötigten Lichtmasten deinstallieren.

Ab Mitte September könne dann nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung gestellt werden. Im zweiten Bauabschnitt bis Oktober würden die Asphaltarbeiten auf der Überholspur durchgeführt und dann bis November die rechte Fahrbahn und der Standstreifen in Angriff genommen. Im letzten Bauabschnitt müssten Auf- und Abfahrten Marburg-Mitte gesperrt werden, so Kunze.

LED-Tafeln im Einsatz

Weil im zweiten und dritten Bauabschnitt mit Staus gerechnet werden müsse, setze man erstmals auf LED-Tafeln, die Autofahrer warnten und ihnen den Hinweis geben würden, sich einen anderen Weg zu suchen. Wie Kunze erläuterte, werde mit Infrarot permanent im Baustellenbereich der Verkehr beobachtet, wenn eine gewisse Fließgeschwindigkeit unterschritten werde, würden die Tafeln aktiviert. Eine stehe aus Richtung Süden kommend vor der Abfahrt Ebsdorfergrund, eine weitere in Höhe Marburg-Süd. Aus Richtung Norden würden Verkehrsteilnehmer bei Wehrda gewarnt.

Bezugnehmend auf den neuen Fahrbahnbelag sagte Kunze, „ich hoffe, dass die Akzeptanz der Straße durch die Bevölkerung wächst“. Herkömmlicher Flüsterasphalt habe bereits nach fünf bis sieben Jahren erneuert werden müssen, während „normaler“ Asphalt bis zu 20 Jahren halte. Er gehe derzeit von mindestens zehn Jahren Haltbarkeit aus, so Kunze.

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hofft langfristig auf eine Tieferlegung der Straße oder gar eine Untertunnelung im Bereich der Hochbrücke.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr