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„Verhältnis ist extrem verbessert“

Haupt- und ehrenamtliche Feuerwehren „Verhältnis ist extrem verbessert“

Wir werden wertgeschätzt – darüber sollten wir nicht mehr reden – das sagte Jens Seipp, Sprecher der freiwilligen Feuerwehrkräfte in Marburg, bei der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Marbach.

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Aus allen Stadtteilen waren die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren mit ihren Einsatzfahrzeugen zur Versammlung in das Bürgerhaus Marbach gekommen.

Quelle: Peter Gassner

Marbach. Ex-Wehrführer Lothar Schott hatte das Thema um die Anerkennung von ehrenamtlichen Einsatzkräften zuletzt befeuert (die OP berichtete) – von einem lodernden Konflikt wollte bei der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr jedoch niemand etwas wissen.

„Die Stadt braucht hauptamtliche Kräfte, um die vielen Einsätze abzudecken – wer will denn sonst die Fehlzeiten noch seinem Arbeitgeber erklären?“, betonte Seipp. Das Verhältnis zwischen den Freiwilligen und den Berufsfeuerwehrleuten habe sich „in den letzten Jahren extrem verbessert“ und auch die Wahrnehmung des Einsatzleiterdienstes durch Hauptamtliche sei „grundsätzlich positiv“.

Nachdem der Einsatzleiterdienst, der bei größeren Einsätzen die Führung auch der Freiwilligen Feuerwehr durch einen Hauptamtlichen vorsieht, 2010 eingeführt worden sei, müsse man nun „gemeinsam sinnvolle Anpassungen vornehmen“. Es sei aber nicht angebracht diese öffentlich zu diskutieren, so Seipp. Schließlich stehe „am Ende immer das Wohl der Bürger im Vordergrund“.

„Das Wichtigste ist die Wertschätzung – da sind wir uns in der Politik alle einig“, sagte auch Oberbürgermeister und Brandschutzdezernent Egon Vaupel (SPD). Die freiwilligen Feuerwehren seien ohnehin nicht nur aufgrund der Einsätz wichtig. „Freiwillige machen viel mehr als nur den Einsatzdienst – sie leisten auch eine Menge in den Stadtteilen“, so Vaupel. Was die Brandbekämpfung angehe, bestehe die Marburger Feuerwehr aber „aus zwei Säulen, die zusammen wichtig sind“. Spekulationen um eine reine Berufsfeuerwehr entbehrten jeder Grundlage, denn die Koexistenz der beiden Säulen sei „das Konzept, dass uns in die Zukunft führt“.

„Vermitteln, wie viel Spaß Aktivitäten machen“

Im Bezug auf den Nachwuchs gab Seipp zu, „dass wir an einigen Standorten Probleme haben“, doch Angst vor einer vollständig hauptamtlichen Feuerwehr müsse niemand haben. Mit über 500 Mitgliedern „brauchen wir uns nicht zu verstecken“, so Seipp. Lediglich Wiesbaden mit rund 600 und Frankfurt mit rund 850 Mitgliedern seien in Hessen größer. Gießen, Kassel und Darmstadt lägen jeweils bei rund 200 Kräften.

Auf die Einwohnerzahl gerechnet zähle Marburg somit „zu den größten Feuerwehren in Deutschland“. Wenn es darum gehe diesen Standard zu halten, gelte es „nicht zu lamentieren, sondern zu vermitteln, wie viel Spaß unsere Aktivitäten machen“, ergänzte Carmen Werner, Fachdienstleiterin Brandschutz. Für Kinder wird es unter anderem im Rahmen des Ferienpasses zwei Mitmachtage geben.

Zu insgesamt 875 Einsätzen wurde die Feuerwehr Marburg im Jahr 2014 gerufen, führte Werner vor den 200 Anwesenden aus – mehr als 2013 (819), aber weniger als 2012 (905). Herausragend dabei seien unter anderem der Brand im Bückingsgarten und der Waldbrand in Wehrda gewesen. Besonders Am Richtsberg 88 habe die Feuerwehr aber bewiesen, „dass wir uns auf unsere Struktur und auf unsere Einsatzkräfte verlassen können“. Für den Einsatz wurde der Feuerwehr Marburg 2014 der Conrad-Dietrich-Magirus-Preis – der sogenannte „Feuerwehr-Oscar“ verliehen. Er stand bei der Versammlung für „Selfies“ zur Verfügung.

von Peter Gassner

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