Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Vereinsgeld veruntreut: Kassierer steht vor Gericht

Prozess Vereinsgeld veruntreut: Kassierer steht vor Gericht

Ein Marburger soll über Jahre hinweg als Kassierer beim Förderverein der Steinmühle und den ­Wirtschaftsjunioren Geld veruntreut haben. Der Fall wird aam Donnerstag am Amtsgericht verhandelt.

Voriger Artikel
Hobbyköche für Suppenfest gesucht
Nächster Artikel
Richterin: „Gehen Sie das Problem an“

Dem Förderverein der Steinmühle fielen vor knapp vier Jahren Unstimmigkeiten in der Kasse auf.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Es ist fast vier Jahre her, dass der Vorstand des Fördervereins der Steinmühle bemerkte, dass die Kasse leer war: 35000 Euro wollte der Verein der Schule für einen neuen Sportplatz geben. Doch das Geld fehlte. Der Kassierer – zu dem Zeitpunkt führte er die Kasse des Fördervereins seit etwa zehn Jahre – erklärte zunächst, dass er das Geld angelegt habe, legte sogar Kontoauszüge vor. Diese waren gefälscht, wie die Vorsitzende Wintraut Koppmann damals sagte.

Das Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Thomas Rohner beschäftigt sich am Donnerstag ab 9 Uhr mit dem Fall der Untreue. Angeklagt ist der frühere Kassierer wegen mehrerer Abhebungen im Zeitraum von 2008 bis 2012. Mehr als 75000 Euro soll er laut Anklage für private Zwecke veruntreut haben.

Der Förderverein der Steinmühle stellte vor knapp vier Jahren fest, dass der ehemalige Kassierer in rund zehn Jahren mehr als 85000 Euro veruntreut haben soll. Nachdem die leere Kasse aufgeflogen war, zahlte er zunächst die 35000 Euro Spenden für den Sportplatz zurück. Der Förderverein erstattet erst mal keine Strafanzeige.

Viele Jahre Schatzmeister bei Wirtschaftsjunioren

Rechtsanwalt Karl-Otto Beckmann erklärte damals, dass der Vorstand dem Kassierer die Gelegenheit geben wollte, das Geld zurückzuzahlen. Bei einer Mitgliederversammlung erklärte er im Juni 2013, dass der Beschuldigte versuche, das Geld aufzutreiben und zurückzuzahlen. Er verhandele mit dem Gericht darüber, um eine Gefängnisstrafe für die mehr als 60 Einzeltaten vermeiden zu können.

Der Angeklagte war zudem viele Jahre Schatzmeister bei den Wirtschaftsjunioren. Als dem Vorstand des Vereins ebenfalls Unregelmäßigkeiten in der eigenen Kasse auffielen, stellte dieser sofort Strafanzeige.

Rechtsanwalt Carsten Dalkowski erklärte 2013 für die Wirtschaftsjunioren, dass es keine gefälschten Belege gegeben habe, dafür aber „frisierte Bilanzen“.

Wenn Rechnungen bezahlt werden mussten, überwies der Schatzmeister zudem Geld vom Konto des Steinmühlen-Fördervereins auf das Konto der Wirtschaftsjunioren.

  • Der Prozess beginnt am Donnerstag um 9 Uhr im Raum 152 des Amtsgerichts Marburg.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr