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Verein will Gebäude retten

Lokschuppen Verein will Gebäude retten

Ein Förderverein setzt sich nun für den Erhalt des Lokschuppens auf dem Waggonhallen-Areal ein.

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Rund 70 Zuhörer kamen zur Info-Veranstaltung.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Jahrzehntelang war der historische Ziegelbau Unterstellplatz für bis zu 16 Loks des Bahnbetriebswerks - heute ist der Lokschuppen massiv einsturzgefährdet. Wie sich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Zukunft retten und gleichzeitig profitabel nutzen lässt - darüber informierte der künftige Förderverein des Industriedenkmals.

Und um dieses steht es derzeit schlecht, der Zustand des Schuppens, der früher zur Unterstellung, Reparatur- und Wartungsarbeiten der Loks genutzt wurde, ist nach jahrzehntelangem Verfall „ein Schandfleck für Marburg“, sagte Anwohner Manfred Velte. Der ehemalige technische Beamte des zuständigen Bahnbetriebswerks arbeitete in dem bereits vor rund 140 Jahren erbauten Gebäude und setzt sich für den Erhalt „eines wichtigen Stückes Geschichte der Eisenbahn- und Industriekultur“ ein. Zu diesem Zweck ruft er zur Gründung eines Fördervereins auf.

Das Interesse war groß, mehr als 70 Zuhörer informierten sich am vergangenen Freitagabend im voll besetzten Haus der Ortenberggemeinde über mögliche Konzeptideen. Einig waren sich die Anwesenden in einem: der Abriss des angeschlagenen Gebäudes samt der seltenen Drehscheibe muss verhindert, ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zur Sanierung und künftigen Nutzung gefunden werden.

Haus-in-Haus-Konzept

Einen Ansatz dafür stellte der Chemiker Dr. Fritz-Joachim Hüther vor. Nach seiner Idee ließe sich quasi ein komplett neuer, moderner Holzbau in der historischen Gebäudehülle des alten Lokschuppens errichten - und das „bei größtmöglichem Erhalt des Originalzustands“.

Die Nutzungsmöglichkeiten dieses „Haus-in-Haus-Konzepts“ seien vielfältig, unter anderem im Bereich Marketing, Event oder Touristik. Ein vier Jahre altes Gutachten schätzt die Sanierungskosten des baufälligen Daches auf vier bis acht Millionen Euro - da kein Umsetzungskonzept vorlag, „konnten wir uns dazu nicht entschließen“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). „Bis eine Lösung gefunden ist“, ist für rund 40000 Euro eine provisorische Überdachung als erste Absicherungsmaßnahme des einsturzgefährdeten Schuppendachs geplant, so Kahle.

Die Aufgaben des Fördervereins? Öffentlichkeitsarbeit und Begleitung der Sicherung der Bausubstanz, erklärte Velte. 50 Mitgliedsinteressenten gibt es bisher.

  • Infos unter 0178/9885557.

von Ina Tannert

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