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Verein will Aids in Afrika bekämpfen

Neues Hilfsprojekt Verein will Aids in Afrika bekämpfen

"African German Expert-Knowledge Transfer", kurz AGET, heißt der neue Marburger Verein, der von Christian Kreisel ins Leben gerufen worden ist.

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Der AGET-Vorstand: George Ng’ang’a (von links), Christian Kreisel, Professorin Therese Neuer-Miebach, Tanja Pfeffer-Eckel und Dr. Katja Maschuw.Foto: Lisa Scholz

Marburg. Der Verein will sich für die nachhaltige Umsetzung humanitärer Projekte in Afrika einsetzen. Dabei soll besonders die Kultur der Menschen dort respektiert werden.

Christian Kreisel ist Medizin-Student in Marburg und war bereits in Afrika tätig. Am Kilimandscharo führte er ein Lungenforschungsprojekt für seine Doktorarbeit durch (die OP berichtete). Das Kibosho-Hospital ist das nächstgelegene Krankenhaus zum Gipfel. Dort arbeitete Kreisel und machte Bekanntschaft mit HIV-positiven Kindern, deren Schicksale ihn berührten. Durch die prägenden Erfahrungen entstand die Idee des Vereins.

Nun gab es die Gründungsversammlung im Historischen Saal des Marburger Rathauses. Nach langem Beratschlagen und Abstimmen ist es geschafft: Der AGET-Verein ist gegründet. Die beschlossene Satzung ist von den Gründungsmitgliedern, unter anderem Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), unterschrieben. Nun soll der Verein noch in das Vereinsregister eingetragen werden und als gemeinnützig anerkannt werden. Schirmherr ist der Nobelpreisträger Jules Hoffmann.

Die während der Gründungsversammlung anwesenden Mitglieder wählten den Vorstand. Erster Vorsitzender ist Christian Kreisel, zweite Vorsitzende ist die Soziologin Professorin Therese Neuer-Miebach und dritter Vorsitzender der gebürtige Kenianer George Ng’ang’a. Sekretärin Tanja Pfeffer-Eckel bekleidet das Amt der Schatzmeisterin und Oberärztin Dr. Katja Maschuw das der Schriftführerin.

Während seiner Zeit im Kibosho-Hospital erkannte Christian Kreisel, dass sich die Ärzte in Afrika in den verschiedensten medizinischen Bereichen auskennen und arbeiten müssen, während die Ärzte in Deutschland spezialisiert sind. „Viele Dinge laufen dort nicht so, wie wir es gewohnt sind,“ erklärte er. Ihm ist es wichtig, dass die dortige Kultur respektiert wird und deshalb beispielsweise im Krankenhaus die Patienten nach Geschlechtern getrennt werden.

Die Ziele des Vereins liegen in der Bekämpfung von Aids und im kulturellen Austausch. Konkret bedeutet das, beispielsweise für die Medizin, Geräte und Wissen zu transferieren und Aufklärungsprojekte zu starten. Zudem sollen HIV-infizierte Menschen, insbesondere Mädchen und Frauen mit Schul- und Ausbildungs- sowie Arbeitsprogrammen unterstützt werden, sodass sie eigenständig leben können. Damit soll auch die Gleichstellung der Geschlechter gefördert und erreicht werden.

Oberbürgermeister Vaupel zeigte sich begeistert und fasziniert von dieser Aufgabenstellung und sagte, dass er diese Arbeit für die richtige Entwicklungshilfe hält.

Er sicherte überraschend dem Verein zu, dass beim nächsten Neujahrsempfang eine Spendenkasse für den Verein aufgestellt wird und der Erlös auf eine runde Summe aufgestockt wird. Christian Kreisel zeigte sich überwältigt von dieser Unterstützung.

Zur Auflockerung zwischen den Tagesordnungspunkten sang Leticia Bouguem verschiedene Lieder, wie beispielsweise eines aus Tansania und Bob Marleys „No Woman no cry“.

von Lisa Scholz

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