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Verein distanziert sich

Marktfrühschoppen Verein distanziert sich

Der Weg für den Marktfrühschoppen scheint frei zu sein: Der Marktfrühschoppenverein distanziert sich förmlich von drei Burschenschaften, die der "Deutschen Burschenschaft" angehören.

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Der Marktfrühschoppen-Verein distanziert sich in einem Schreiben sowohl vom Dachverband "Deutsche Burschenschaften", als auch von Fremdenfeindlichkeit.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bestätigte der OP gestern den Eingang eines Schreibens des Marktfrühschoppenvereins, in dem dieser sich von den drei Burschenschaften Rheinfranken, Germania und Normannia Leipzig schriftlich distanziert. Genau dieses hatte Vaupel als Bedingung dafür gefordert, dass er den Marktfrühschoppen am 7. Juli genehmige.

Nach Informationen der OP distanziert sich der Marktfrühschoppenverein in dem Schreiben ausdrücklich von den „Machenschaften“ der „Deutschen Burschenschaft“. Das Schreiben beinhaltet auch eine Distanzierung von Ausländerfeindlichkeit und rechtsextremem Gedankengut. „Das ist eine sehr deutliche Distanzierung“, bewertete Vaupel am gestrigen Freitag das Schreiben.

Jetzt stehe aus seiner Sicht nur noch eine abschließende rechtliche Prüfung des Schreibens aus, die am Montag abgeschlossen sein solle. Die OP erreichte am Freitagabend auch Tilman Pfeiffer vom Marktfrühschoppenverein, der die Absendung des geforderten Distanzierungs-Schreibens bestätigte. „Wir sind besten Mutes, dass der Marktfrühschoppen stattfinden kann“, sagte Pfeiffer. Ihm liegt jetzt vor allem daran, dass die Aufregung sich legt und der Marktfrühschoppen „zu einer friedlichen Angelegenheit wird“.

Unterdessen melden sich auch die Grünen mit Kritik an Vaupel zu Wort. „Ich bin tief enttäuscht darüber, dass OB Vaupel meint, einen Beschluss des Stadtparlaments nicht umsetzen zu müssen“, sagt Grünen-Fraktionschef Dietmar Göttling. Er sei bisher davon ausgegangen, dass der Beschluss des Parlaments mit den Worten „der Marktfrühschoppen findet nicht statt“ bindend für den Oberbürgermeister sei, betonte Göttling.

Diesem Beschluss habe Vaupel nicht widersprochen und sich somit auch über die Beschlusslage in der rot-grünen Koalition hinweggesetzt. Göttling will das Thema nun am Montag im Koalitionsausschuss ansprechen.

von Manfred Hitzeroth

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