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Vaupels Schaltstellen werden neu besetzt

Neue Köpfe Vaupels Schaltstellen werden neu besetzt

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) ordnet nach der Wahl von Kirsten Fründt zur Landrätin und dem Ruhestand seiner persönlichen Referentin Brigitte Bohnke seinen Nahbereich neu.

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Im Marburger Rathaus wird es einige personelle Veränderungen geben.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nachfolgerin von Brigitte Bohnke als persönliche Referentin des Oberbürgermeisters wird die Journalistin und frühere SPD-Stadtverordnete Sabine Preisler (46).

Preisler war von 1997 bis 2000 Mitglied des Stadtparlaments und Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie in Marburg, nach dem Volontariat arbeitet sie seit 14 Jahren in der Lokalredaktion Wetzlar der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. „Vom Baugebiet bis zum Haushalt“ habe sie alle kommunalpolitischen Themengebiete begleitet, sagte Preisler im Gespräch mit der OP. „In den vergangenen Jahren habe ich viele Menschen journalistisch begleitet, jetzt freue ich mich, mit vielen Menschen gemeinsam konkret etwas zu gestalten“, ergänzt die gebürtige Marburgerin.

Backes beerbt Fründt

Vaupel, der Preisler seit vielen Jahren persönlich kennt, schätzt an seiner künftig engsten Mitarbeiterin „ihr persönliches Engagement in unterschiedlichsten politischen Themenfeldern“, vor allem in Bildung und Kultur, aber auch der Verständigung der Religionen. Als gelernte Journalistin sei sie es gewohnt, Kontakt zu Presseorganen und Bürgern zu halten.

„Nicht vor dem 1. Mai“ wird Preisler nach Einschätzung von Vaupel ihr neues Amt anfangen. Der 1. Mai ist auch der Termin, an dem der SPD-Stadtverordnete Björn Backes als Nachfolger von Kirsten Fründt die Leitung des Fachdienstes Sport übernehmen wird. Jurist Backes (38), der Vorstandsmitglied des BC Pharmaserv Marburg ist, soll laut Ausschreibungstext Sportpolitik in Marburg noch stärler als Sozialpolitik profilieren und mithelfen, vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien frühzeitig an Sportvereine zu binden - „das ist eine Frage von sozialen Chancen“, hat Vaupel einmal gesagt.

Zwei neue Gesichter wird der Oberbürgermeister also in seinem persönlichen Nahbereich begrüßen, aber möglicherweise ist damit die Neuorganisation seines Umfeldes nicht abgeschlossen:

Dem Leiter des Fachdienstes Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ralf Laumer, werden nämlich nach OP-Informatioen Ambitionen nachgesagt, zur Kreisverwaltung zu wechseln. Dort organisiert Landrätin Kirsten Fründt gerade die Struktur ihres Büros neu. Sie orientiere sich dabei an ihren Zielen, die sie im Wahlkampf vertreten habe, sagte Fründt. Dazu gehören in hohem Maße die Themenfelder Bürgerbeteiligung und Bürgerprojekte - Arbeitsfelder, die Laumer bei der Stadt Marburg gerade bearbeitet. Zuletzt hat er die Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung eines Verkehrskonzepts für das Nordviertel organisiert und ist zurzeit mit der Einrichtung eines Bürgerforums zur Bundesgartenschau beschäftigt - einem Modellprojekt, das von der Bertelsmann-Stiftung mitgetragen wird.

Personalkarussell dreht sich

Laumer würde also perfekt auf das Anforderungsprofil von Kirsten Fründt passen. Weder er selbst noch Landrätin Kirsten Fründt wollen sich zu den Spekulationen äußern. Fründt bestätigte aber, dass die bisherige Büroleiterin Gesa Zickermann an anderer Stelle in der Kreisverwaltung eingesetzt werden soll. Sollte Laumer tatsächlich zum Kreis wechseln, hätte das folgenden überaus spannenden Nebeneffekt: Backes, der zeit stellvertretender Fraktionsvorsitzender, muss nämlich als städtischer Bediensteter sein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung niederlegen. Nächster Nachrücker wäre - Ralf Laumer. Auch für ihn gilt aber: Er darf kein städtischer Bediensteter sein. Ein Dienstverhältnis beim Landkreis stellt dagegen kein Hindernis für die Annahme des Stadtverordnetenmandats dar.

Ein enger Vertrauter der neuen Landrätin im Stadtparlament, womöglich irgendwann als einer der Wortführer in der SPD-Fraktion : Das würde perfekt in die Strategie sowohl von Vaupel wie von Fründt passen, die in der Vergangenheit beide betont haben, dass sie die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kreis enger gestalten wollen und sich an einigen Stellen deutliche Synergieeffekte von einer engen Kooperation erhoffen.

Nur müsste sich der Oberbürgermeister halt einen neuen Pressesprecher suchen.

von Till Conrad

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