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Vaupels Baustellen: Wohnen, Verkehr, Altenhilfe

Halbzeitbilanz des Oberbürgermeisters Vaupels Baustellen: Wohnen, Verkehr, Altenhilfe

Halbzeit in der zweiten Amtszeit: Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) wird am 1. Juli 2017 in den Ruhestand gehen. Eine erneute Kandidatur als Stadtoberhaupt schloss Vaupel gegenüber der OP aus. Er will bis 2017 im Amt bleiben – wenn es seine Gesundheit erlaubt.

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 überflutet

Das sind die Themen: Altenhilfe, Universität, Verkehr, Energie, Wohnungsnot, Seilbahn, Schrägaufzug, Kinderbetreuung..

Quelle: Piktogramme: Nikola Ohlen

Marburg. Die OP sprach mit Vaupel, zitiert seine Bilanz in wichtigen Stichworten und stellt die eigene Analyse gegenüber:

Wohnungspolitik

Vaupels Bilanz
Marburg baut 300 Sozialwohnungen neu, das sind 10 Prozent des vorhandenen Bestands – „In Hessen einmalig.“

Vaupels Ziele
Die Schaffung barrierefreien und zugleich bezahlbaren Wohnraums steht immer mehr auf der Agenda.

OP-Analyse
Die Stadt hat sich erst spät die Forderung nach einer Mietpreisbremse zu eigen gemacht. Der „Runde Tisch bezahlbarer Wohnraum“ hat noch keine Konzepte für eine städtische Wohnungspolitik erarbeiten können.

OP-Prognose bis 2017
Die Innenstadt ist als Wohnquartier fast ausgebucht. Es geht in größerem Umfang nur noch in den Stadtteilen.

Energiepolitik

Vaupels Bilanz
Die Stadtwerke gehören zu den wenigen Anbietern, die ihren Kunden zu 100 Prozent Ökostrom anbieten. 1. Platz in der Solar-Bundesliga.

Vaupels Ziele
Energiewende gelingt vor allem über Konzepte für die Einsparung von Energie und energetischer Sanierung mit Augenmaß.

OP-Analyse
Streitfall Windkraft: Die geplanten Windkraftanlagen auf den Lahnbergen sind hoch umstritten; das Ergebnis der Windkraftmessung soll in der zweiten Jahreshälfte kommen. Stadtwerke setzen vor allem auf den Einbau von Blockheizkraftwerken und Nahwärme.

OP-Prognose bis 2017
Sollten die Standorte auf den Lahnbergen für Windkraftanlagen geeignet sein, wird es erbitterten Widerstand v.a. aus den östlichen Stadtteilen geben.

Seilbahn

Vaupels Bilanz
„Wir warten mit Beschlüssen auf die Ergebnisse der Studie – so wie im Koalitionsvertrag vereinbart.“

Vaupels Ziele
Die Koalition wird an der Frage der Seilbahn nicht zerbrechen.

OP-Analyse
Die Frage, ob Lahnberge und Lahntal mit einer Seilbahn verbunden werden, könnte zu einer schwerem Belastung der rot-grünen Koalition werden. Die SPD hat sich gegen Vaupels Rat dafür ausgesprochen, die Seilbahnpläne nicht weiter zu verfolgen.

OP-Prognose bis 2017
Zu teuer, ungeklärte Grundstücksfragen: Die Seilbahn zu den Lahnbergen kommt nicht.

Kinderbetreuung

Vaupels Bilanz
„Mir ist kein Kind bekannt, das keinen Betreuungsplatz gefunden hat.“ Mittlerweile gibt es freie Plätze bei den Tagesmüttern.

Vaupels Ziele
Kooperation mit großen Arbeitgebern bei Betreuung. Land und Bund müssen Betreuung als ihre Aufgabenstellung anerkennen im Sinne von mehr Chancengerechtigkeit.

OP-Analyse
Marburg liegt bei der Kinderbetreuung sowohl im Kindergarten- wie im Grundschulbereich landesweit mit an der Spitze.

OP-Prognose bis 2017
Weitere Betreuungseinrichtungen (Richtsberg, Südviertel) werden von der Stadt gebaut werden. Der städtische Haushalt wird dadurch zunehmend belastet.

Universität

Vaupels Bilanz
„Die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen der Stadt und der Universität war noch nie so eng wie jetzt.“

Vaupels Ziele
„Die großen Bauprojekte in der Innenstadt abschließen, Machbarkeitsstudie für die museale Entwicklung auf den Weg bringen.“

OP-Analyse
Die Bedeutung der Universität für die Stadt nimmt dank weiter steigender Studentenzahlen noch zu. Der Umbau der Innenstadt ist ohne den Campus nicht denkbar.

OP-Prognose bis 2017
Nur gemeinsam werden Stadt und Universität soziale Aufgaben wie die ausreichende Versorgung mit Wohnraum für Studierende erfüllen können.

Altenhilfe

Vaupels Bilanz
Eine vom Aufsichtsrat der Altenhilfe gGmbH eingesetzte Arbeitsgruppe hat skizziert, wie eine Lösung für die Sudetenstraße aussehen könnte. Das Wünschenswerte muss aber mit dem Finanzierbaren in Einklang gebracht werden.

Vaupels Ziele
Aufbau weiterer ambulanter Hilfestrukturen für betreutes Wohnen. Älterwerden in der neuen Heimat und quartierbezogene Altenpflege. Konzept für Sudetenstraße bis Ende des Jahres.

OP-Analyse
Ein finanzierbares Konzept für das Gebäude in der Sudetenstraße liegt nach wie vor nicht vor. Altenhilfe wird zunehmend zur Belastungsprobe für Rot-Grün.

OP- Prognose bis 2017
Neue Themen wie Barrierefreiheit oder Tagespflege von Dementen werden wichtiger werden als das Wirtschaftskonzept eines städtischen Altenheim-Betreibers.

Schrägaufzug

Vaupels Bilanz
Machbarkeitsstudie liegt vor und ist in Abstimmung mit der Universität.

Vaupels Ziele
„Eine barrierefreie Verbindung zum Schloss ist eine notwendige Einrichtung.“ Die Beschlussvorlage soll dem Parlament bis Ende des Jahres vorgelegt werden.

OP-Analyse
In Marburg gibt es eine klare politische Mehrheit – und auch Geld (Pohl-Spende!) – für einen Schrägaufzug zum Schloss. Er ist wie kaum ein anderes Projekt mit dem Namen Vaupel verbunden.

OP-Prognose bis 2017
Ob Schrägaufzug oder ein anderes leistungsfähiges Verkehrsmittel: Die Direktverbindung zum Schloss kommt.

Verkehr

Vaupels Bilanz
Verkehrspolitik zugunsten der Schwächeren schreitet voran. Weitere Tempo-30-Zonen kommen.

Vaupels Ziele
Innenstadt muss weiter an Aufenthaltsqualität gewinnen und gleichzeitig erreichbar bleiben.

OP-Analyse
Verkehrskonzept fürs Nordviertel ist auf den Weg gebracht; Sperrung der Elisabethstraße vorerst gescheitert; Tempo-30-Zonen eingerichtet, vielfach umstritten.

OP-Prognose bis 2017
Integriertes Verkehrskonzept kommt; Pilgrimstein und Rudolphsplatz bleiben Nadelöhre; Dauerstreit über Parkplätze bleibt.

von Till Conrad

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