Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Vaupel will Verkehrsversuch weiterführen

Parlamentsdebatte über Verkehr im Nordviertel Vaupel will Verkehrsversuch weiterführen

Abschied mit einer Verkehrsdebatte: In der Aussprache über die umstrittenen Verkehrsplanungen in der Nordstadt ergriff Egon Vaupel zum letzten Mal als OB das Wort im Parlament.

Voriger Artikel
"Volksnaher Vollblutpolitiker" hört auf
Nächster Artikel
Kerzenschein statt Vorlesungs-Stress

Die Verkehrsfreigabe in der Robert-Koch-Straße setzte am 19. September den Startschuss für die von der Stadt Marburg geplante Verkehrsberuhigung im Nordviertel.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Seit Wochen ist der Verkehrsversuch mit der Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Robert-Koch-Straße sowie die teilweise Änderung der Verkehrsführung in der Bahnhofstraße ein Dauerthema in der politischen Auseinandersetzung. Jetzt erreichte das Thema auch wieder das Parlament. Über den Antrag von CDU, FDP und Dr. Hermann Uchtman (Marburger Bürgerliste), den Verkehrsversuch „unverzüglich zu beenden“, wurde am Freitag im Parlament kontrovers diskutiert.

Rückstaus in der Bahnhofstraße bis auf die Stadtautobahn sowie ein massiver Umsatzrückgang im Nordviertel: Das seien die Hauptgründe des bürgerlichen Lagers, um einen Stopp des Verkehrsversuchs zu fordern, formulierte Michael Selinka (FDP). Der „Marburger Linken“ hingegen ist die bis jetzt erreichte Verkehrsberuhigung noch nicht weitgehend, wie Henning Köster sagte. Für die rot-grüne Koalition wehrte sich SPD-Fraktionschef Steffen Rink gegen ein „Katastrophenszenario“ und plädierte dafür, dem Verkehrsversuch noch ein Jahr Zeit zu geben.

Vaupel: „Verkehrsversuch mit Entwicklungspotenzial“ nicht abbrechen

Schnell wurde die Diskussion zu einer Generaldebatte über die Verkehrspolitik. Ein Grund für den SPD-Politiker Egon Vaupel, ein letztes Mal im Parlament als Oberbürgermeister das Wort zu ergreifen, und das mit sichtlichem Spaß an Formulierungen und Zuspitzungen. So warf er den bürgerlichen Kritikern vor, sie würden im Parlament wieder das Verkehrschaos herbeireden. Dies höre sich so an, als würde alles eskalieren und die Marburger würden Weihnachten nicht mehr erleben.

Doch die Lage rund um die Bahnhofstraße habe sich jetzt schon beruhigt durch eine um vier Sekunden längere Grünphase. Vaupel plädierte also dafür, den „Verkehrsversuch mit Entwicklungspotenzial“ nicht vorzeitig abzubrechen. Inspiriert von der Verkehrsdebatte gab Vaupel den Parlamentariern noch zwei seiner Glaubenssätze als Politiker mit auf den Weg: Man dürfe nicht mit den Ängsten der Menschen spielen und müsse sie bei allen Entscheidungen „immer mit auf den Weg nehmen“.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr