Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Vaupel verspricht mehr Blitzer

Wehrdaer Weg Vaupel verspricht mehr Blitzer

Schlappe für die Befürworter von Tempo 30 am Wehrdaer Weg: Eine Umwidmung der Landesstraße in eine städtische wird es nach dem Willen des Magistrats auch künftig nicht geben.

Voriger Artikel
"Uno ist die einzige Kraft, die einschreiten dürfte"
Nächster Artikel
Polizei sucht Hinweise auf Brandstiftung

Raser, Lärm, Dreck: Die Anwohner am Wehrdaer Weg kämpfen für ein durchgehendes Tempo 30 in der Straße. Archivfoto: Björn Wisker

Marburg. Die Gebühren für Anwohner seien nach so einem Schritt „außerordentlich viel höher“, etwa bei anstehenden Bauarbeiten entlang der Straße, wie Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sagt. Er habe den Umwidmungs-Vorschlag, den Anwohner ihm bei einer Protestaktion vor einigen Tagen unterbreitet hatten, in der Verwaltung prüfen lassen. Das Resultat: Auch für die Kommune kämen in der Folge einer Umwidmung hohe Kosten zu.

Vor der drohenden Kostenexplosion sowohl für Stadt als auch die Hauseigentümer hatte das Stadtoberhaupt bereits bei einem Anwohnertreffen gewarnt (die OP berichtete). Damit scheint eine Umsetzung von Tempo 30 für die Gesamtstrecke gescheitert - es sei denn, die Landes- und Bundespolitik reformiert die Gesetze im Straßenverkehrsrecht. Die Hoffnungen der Wehrdaer ruhen neben Vaupels versprochenem Engagement beim Hessischen Städte- und Gemeindebund auch auf den Landtags- und Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis.

Landes-Politiker verspricht Vorstoß beim Ministerium

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies: „Ich werde den Hessischen Verkehrsminister anschreiben mit der Bitte, hier dem Wunsch nachzukommen. Ich habe da selbst mal gewohnt, und der Lärm ist wirklich unerträglich“, sagt er.

Grundsätzlich will er, dass Kommunen freigestellt sein solle, ob und wo sie Tempo 30 Zonen einrichten. „Noch besser wäre es, wenn in der Stadt Tempo 30 die Regel wäre und Tempo 50 ausdrücklich ausgewiesen werden müsste“. Die Zeitersparnis sei minimal, die Unfall- und Verletzungsgefahr jedoch deutlich erhöht.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für den Bereich Verkehr, Sören Bartol, auf OP-Anfrage: „Ich finde es gut, dass nach Möglichkeiten gesucht wird, die Situation zu ändern und sich der OB auch für mehr Freiheiten der Kommunen bei der Festlegung der Höchstgeschwindigkeit einsetzt“, sagt er. Vaupel kündigte zuletzt eine langfristige Blitzer-Offensive zwischen Wehrdaer Straße und Wehrdaer Weg an, um Raser zu erwischen. „Das kann zumindest kurzfristig helfen“, sagt Bartol. Vaupel verweist auf die Umsetzung von Tempo 30 in den Stadtteilen und sagt: „Wir wollen das auf den Straßen durchsetzen, wo wir als Stadt die rechtliche Gestaltungsmacht haben.“ Gleichsam dämpfte er schon bei Anwohnertreffen deren Erwartungen: „Wenn schon in Wehrda selbst keine Einigkeit über die Geschwindigkeits-Grenze herrscht, kann man sich vorstellen wie das im ganzen Bundesland aussieht.“

Hintergrund: Das Regierungspräsidium hatte die Stadt im Dezember 2013 angewiesen, die Tempo-30-Anordnung aufzu-heben, da sie nicht mit der Straßenverkehrsordnung übereinstimme. Vaupel hatte daraufhin Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) darum gebeten, die Entscheidung zu überprüfen. In seinem Schreiben an das Verkehrsministerium hatte er mit der „Gefahrenlage“ am Wehrdaer Weg argumentiert und sich damit auf einen Erlass aus dem Jahr 1991 bezogen, der bei „Gefahrenlage“ Tempo 30 erlaubt. Die Argumentation wird vom Land abgelehnt. Die reduzierte Geschwindigkeit gilt seit Mitte Juni nur noch zwischen Hessenmühle und Haus Nr. 38/38a - auf weniger als der Hälfte der 1050 Meter langen Strecke.

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr