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Vaupel dankt Pohl und verweist aufs Parlament

Schlossaufzug Vaupel dankt Pohl und verweist aufs Parlament

Die Landesregierung ist der „Schlüssel“ für den Bau des Schlossaufzugs, den Mäzen Dr. Reinfried Pohl finanzieren wollte, sagte am Mittwoch Oberbürgermeister Egon Vaupel im ­OP-Gespräch.

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Wird jemals ein Schrägaufzug zum Schloss in Marburg gebaut? Der verstorbene Ehrenbürger 
Dr. Reinfried Pohl wollte den Bau mit seiner Spende fördern.

Quelle: Sven Geske

Marburg. Die Entscheidung über die Verwendung der Millionen-Spende von Dr. Reinfried Pohl an die Stadt Marburg wird das nach der Kommunalwahl im März neu gewählte Parlament fällen, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) am Mittwoch im OP-Gespräch.

Die OP berichtete exklusiv, dass Vaupel mit Familie Pohl über die Spende des verstorbenen DVAG-Patriarchen verhandelt. Die Erben erinnern den scheidenden Rathauschef daran, dass der Spender das Geld für den Bau eines Schlossaufzugs gab, dieser aber bis heute nicht gebaut sei.

Sie fordern nach OP-Recherchen das Geld zurück, um es für andere karitative Zwecke zu spenden. Sollte der Schlossaufzug doch kommen, würden sie erneut eine Summe bereitstellen. Vaupel betonte, dass er mit Andreas Pohl, einem der beiden Söhne des Mäzens, im Gespräch sei.

Ziel sei, dass beide Seiten 
 einen gemeinsamen Vorschlag für die Verwendung des Geldes unterbreiten. Dieser Vorschlag würde dem Stadtparlament zur Entscheidung vorgelegt werden. Zudem sei dann dafür ein Nachtragshaushalt nötig, so Vaupel.

Vaupel bezeichnet Spenderwillen als Knackpunkt

Zwei Botschaften sind Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) im Zusammenhang mit der Vier-Millionen-Euro-Spende von Dr. Reinfried Pohl wichtig. „Ich bin der Familie Pohl dankbar für alles, was sie für die Universitätsstadt Marburg gemacht hat.“ Zudem betont Vaupel, dass allein die Stadtverordnetenversammlung über die Verwendung der Spende entscheiden werde.

Einen Vorschlag dafür werde er gemeinsam mit den Erben von Dr. Pohl erarbeiten – „im Sinne des Spenderwillens“ und des Haushalts- und Steuerrechts. Die Grundlage hierfür sei der Parlamentsbeschluss vom Februar 2012. Knackpunkt an der Angelegenheit ist der besagte „Spenderwille“. Dr. Pohl hatte sich gewünscht, dass das Geld für den Bau eines Schrägaufzugs zum Schloss verwendet wird.

Das gute Verhältnis und Vertrauen zu Vaupel als Rathauschef spielte für das große Geschenk an die Stadt auch eine Rolle. Vaupel ist dies bewusst, aber er weist darauf hin, dass das Geld aus rechtlichen Gründen nicht angenommen werden dürfe, wenn es einem bestimmten Zweck dienen soll. Anders ausgedrückt: am Parlament vorbei gehe dies nicht.

Dr. Pohl sei mit dieser Erklärung einverstanden gewesen, sagt Vaupel. OP-Recherchen zufolge erinnern die Erben des DVAG-Gründers seit längerer Zeit an den Schlossaufzug und bitten um eine Rückzahlung, um das Geld für andere wohltätige Zwecke zu spenden. Sollte der Schlossaufzug eines Tages gebaut werden, wollen sie sogar das Geld erneut zur Verfügung stellen.

Vaupel sieht keinen Grund zur Hektik

Die Stadt könnte also davon doppelt profitieren. Nun geht Vaupel Ende des Monats in den Ruhestand. Wird er die Angelegenheit noch vorher klären? Diesen Freitag wird er zum letzten Mal in der Stadtverordnetenversammlung als OB sprechen.

Auch am Mittwoch hielt sich Vaupel dazu noch bedeckt. Offenbar finden jetzt weiterhin Gespräche zwischen dem Sohn des Mäzens Andreas Pohl und ihm statt. „Warum solch eine Hektik? Ich habe noch Zeit, ich bin bis zum 30. November, 16 Uhr im Amt“, so Vaupel. Außerdem sagt er: „Ich nehme mich selbst nicht so wichtig. Mein Nachfolger Dr. Thomas Spies kann das ­genauso weiterverfolgen.“

„Verwundert“ sei er über die Reaktion von CDU-Fraktionschef Wieland Stötzel, der der rot-grünen Koalition die Schuld für die Verzögerung des Schlossaufzugs-Baus gebe ( die OP berichtete). Der Schlüssel liege aber bei der Landesregierung, die den Umzug der Physikalischen Institute am Renthof nicht vorantreibe, so Vaupel. Denn solange die Uni die Gebäude benötige, sei ein Schlossaufzug dort nicht umsetzbar. Darauf hatte Uni-Präsidentin Katharina Krause hingewiesen.

von Anna Ntemiris

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Pohl-Erben verhandeln mit Vaupel um Millionenspende

Kurz vor Ende der Amtszeit muss Egon Vaupel nach OP-Recherchen noch eine ungeklärte Angelegenheit regeln: Familie Pohl erinnert ihn an die Millionen-Spende des verstorbenen Reinfried Pohl für einen Schlossaufzug.

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