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Urteil im Missbrauchs-Prozess vertagt

Aus dem Landgericht Urteil im Missbrauchs-Prozess vertagt

Im Prozess des mutmaßlich sexuellen Missbrauchs an einer Minderjährigen durch ihren damaligen Pflegevater, hat das Gericht die weitere Zeugenvernehmung eines damaligen Mitschülers des Mädchens angeordnet.

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Vor dem Marburger Landgericht muss sich ein 50-jähriger  Familienvater wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Drei Beweisanträge legte die Pflichtverteidigung zu Beginn des dritten Prozesstages dem Vorsitzenden Richter Dr. Thomas Wolf und Richterin Dr. Jacqueline Kempfer samt Schöffen vor: einen Nachweis über die regelmäßige Arbeitstätigkeit des Familienvaters (50) zur Zeit der angeklagten Übergriffe; eine Zeugenaussage der damals zuständigen Vorgesetzten des Arbeitnehmers sowie die Zeugenvernehmung eines Schulfreundes des mutmaßlichen Opfers, um zu belegen, ob sexuelle Erfahrungen bereits bestanden hatten.

Die Staatsanwaltschaft bewertete die von der Verteidigung vorgelegten Beweisanträge als „ungeeignete Beweismittel“. Sowohl personalbedingte Aussagen ehemaliger Arbeitskollegen wie die des Schulfreundes, „seien nicht Gegenstand der Anklage“. „Oberflächlich sexuelle Erfahrungen und normale kindliche Freundschaft, schließen konkrete sexuelle Erfahrungen aus“, so die Staatsanwaltschaft.

Pädagogin bescheinigt zuverlässige Arbeitsmoral

Dennoch entschied sich das Gericht, der weiteren Vernehmung von ehemaligen Arbeitskollegen und Vorgesetzten des Angeklagten zuzustimmen. Dabei beschrieb die in den Zeugenstand berufene ehemalige Kollegin (47) den Arbeitsalltag, den sie und der Angeklagte in einem Schulbistro miteinander verbracht hatten. „Kurz vor halb sieben waren wir immer da und haben auf den Bäcker gewartet, der die Backwaren lieferte. Er war sogar früher da als ich“, sagte die heutige Küchenleiterin.

Die zuverlässige Arbeitsmoral bestätigte auch eine Diplom-Pädagogin (45), die dem Schularbeitsprojekt zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Berufsmarkt im Jahr 2012 vorstand. „Er ist sehr positiv aufgefallen und machte Fortschritte bei der Arbeit an der Kasse und der Warenvermittlung“, so die Zeugin. Fünf Tage die Woche über einen Zeitraum von anderthalb Jahren arbeitete der Angeklagte während der regulären Schulzeiten im Bistrobereich.

Nach der Zeugenvernehmung kam das Gericht zu dem Schluss: „Eine Überlegung nach Fassung des Beweisantrages macht es notwendig, den Schulfreund zur Vernehmung vorzuladen“, sagte Vorsitzender Richter Dr. Wolf. Dabei empfahl der Richter die vorherige Konsultation von Hausarzt und Mutter des jungen Mannes, da dieser aufgrund seines Asperger-Syndroms eine erschwerte Zeugenaussage abzulegen hätte.

  • Der Prozess wird fortgesetzt am Montag, 9. März, 12.30 Uhr im Saal 101 des Marburger Landgerichts.

von Arnd Hartmann

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