Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Urenkel erinnern an den Holocaust

Ausstellung Urenkel erinnern an den Holocaust

Die Schüler wollen mit ihrer Ausstellung die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachhalten.

Marburg. Im Zusammenhang mit der bundesweiten Woche der Brüderlichkeit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit werden unter dem Motto „Sachor(Gedenken): Der Zukunft ein Gedächtnis“ im Marburger Rathaus das dritte Jahr in Folge Schülerarbeiten präsentiert, die sich mit dem Thema „Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ beschäftigen. Oberbürgermeister Egon Vaupel sagte bei der Eröffnung im Historischen Saal: „Ohne Zeitzeugen wird sich die Erinnerungskultur sicher verändern - aber sie braucht nicht an Aussagekraft verlieren.“

Veranstaltet wird die Ausstellung „Erinnern und Gedenken aus Sicht der Urenkelgeneration III“ von Schulkultur Marburg-Biedenkopf in Kooperation mit der Stadt, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Marburg, der Jüdischen Gemeinde Marburg, der Geschichtswerkstatt, der Arbeitsstelle Archivpädagogik und der Musikschule Marburg.

Insgesamt gibt die Ausstellung Einblick in die Sichtweisen von Jugendlichen auf den Holocaust. Sie zeigt Ausschnitte aus dem Projekt „Stolpersteine“ der Elisabethschule, der Ausstellung „Sintikinder in Dreihausen“ der Gesamtschule Ebsdorfergrund, Collagen von Lea Meisinger, einer ehemaligen Schülerin des Gymnasiums Philippinum, Schülerberichte der Theodor-Heuss-Schule Marburg anlässlich der jährlichen Klassenfahrten zur Gedenkstätte Buchenwald, Plakate der Lahntalschule Biedenkopf zum Thema „Widerstand im Nationalsozialismus“, Arbeiten des Gymnasiums Philippinum zum Kriegsgefangenenlager in Trutzhain, einer Stolperstein“-Verlegung sowie einer Studienfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz, Eindrücke vom Projekttag in der Landsynagoge Weimar-Roth einer Klasse der Gesamtschule Niederwalgern und eine Präsentation einer Schülerin der Kaufmännischen Schulen Marburg zu Schulen im Nationalsozialismus.

Helmut Wöllenstein, Propst des Sprengels Waldeck und Marburg von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, bezeichnete die Ausstellung als „gelungene pädagogische Leistung“: „Die beteiligten Schüler und Lehrer, wollen keine Betroffenheit im Unterricht erzwingen. Sie arbeiten nicht mit künstlich erzeugten und wiederbelebten Schuld- und Schamgefühlen, die im Grunde Abwehr hervorrufen müssen.“ Gleichermaßen seien sie aber auch „nicht nur objektiv nüchtern informierend“ an die Themen herangegangen.

Neue Zugänge derErinnerungskultur schaffen

In der aktuellen Situation, in der es kaum noch Zeitzeugen gibt und die Schüler nicht direkt mit dem Thema in Kontakt kommen, sei es wichtig auf anspruchsvolle, nachhaltige Weise neue Zugänge der Erinnerungskultur zu schaffen. Dies sei mit den Schülerprojekten gelungen.

„Solche Projekte beleben die Stadt mit lebendiger Geschichte“, sagte Michael Heiny von der Geschichtswerkstatt. Die Erinnerungs- und Gedenkarbeit zum Nationalsozialismus sei in der schulischen Arbeit weiterhin von großer Bedeutung.

Für das musikalische Programm der Ausstellungseröffnung sorgten Elena Rausch (Viola), Kai Bouaraba (Klavier) und Johanna Verweyen (Klarinette). Die Schüler spielten gekonnt den ersten Satz der Filmmusik von „Schindlers Liste“ und Klezmer-Stücke. Die Schülerin Susanne Köhler von den Kaufmännischen Schulen referierte über Marburger Schulen im Nationalsozialismus.

Die Ausstellung läuft noch bis Freitag, 22. März, zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

von Kira Oster

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg