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Untertunnelung bleibt zentrales Thema

Bundesgartenschau 2029 Untertunnelung bleibt zentrales Thema

Die Ergebnisse des Bürgerforums zum Thema "Bundesgartenschau 2029" in Marburg wurden am Freitag abend im Uni-Hörsaalgebäude präsentiert.

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Die Bundesgartenschau-Forum fand gestern im Hörsaalgebäude der Uni Marburg statt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Noch sind 15 Jahre Zeit, bis eine Bundesgartenschau in Marburg stattfinden könnte. Doch damit eine Bewerbung Aussichten auf Erfolg hat, muss sie in den kommenden zwei, drei Jahren auf den Weg gebracht werden. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) war es von daher stets wichtig, dass möglichst viele Bürger sich bei der Vorbereitung für ein solches Großprojekt engagieren und sich für die Idee begeistern lassen sowie eigene Vorschläge für die Stadtentwicklung mit einbringen.

Die geplante Einhausung oder Untertunnelung der Stadtautobahn bleibt ein Knackpunkt und ein zentraler Baustein für die Marburger Bundesgartenschau-Bewerbung. Der im Bürgerforum dazu erarbeitete Vorschlag lautet, die Stadtautobahn vom Postamt am Afföller bis zum Südbahnhof zu untertunneln sowie sie dort von vier auf zwei Fahrspuren zu reduzieren. Beiden Vorschlägen erteilte jedoch Vaupel eine deutliche Absage. Er könne sich auch angesichts prognostizierter steigender Verkehrszahlen beim besten Willen keine zweispurige Stadtautobahn vorstellen, sagte Vaupel.

Untertunnelung Südbahnhof bis Afföller illusorisch

In puncto Tunnelpläne sagte der Oberbürgermeister, dass Marburg dabei an die Grenzen der Finanzierbarkeit stoße. Auch wenn es Finanzierungs-Chancen durch den Bund und das Land Hessen geben könne: „Eine Einhausung oder Untertunnelung der Stadtautobahn vom Afföller bis zum Südbahnhof ist illusorisch“, sagte Vaupel. Beim Vorantreiben des Zieles müsse man taktisch vorgehen, um positive Ergebnisse zu erzielen, so der OB. Grundsätzlich bleibe er aber bei dem Grundgedanken, mit Hilfe der Einhausung oder Untertunnelung der Stadtautobahn eine „grüne Achse“ in die Stadt zu bringen.

Mit seiner deutlichen Aussage stieß Vaupel auf enttäuschten Widerspruch bei einem Bürger im Saal. Eine „kleine Einhausung zwischen dem Schülerpark und dem Hauptbahnhof mit ein paar Grashalmen“ oder „ein Betonkasten mit drei Blümchen“ sei keine Aussicht, die sich die Teilnehmer des Bürgerforums erhoffen würden, sagte er.

Schon mehr Realisierungschancen sah Vaupel bei anderen Themen wie einem Bahn-Haltepunkt Marburg-Mitte, der Marburg auch jenseits der Buga eine Verkehrsentlastung bringen könnte. Ein weiteres großes Thema der Bürger: Marburg soll durch die Buga zusammenwachsen.

Am 24. Mai war mit einer Auftaktwerkstatt der Startschuss für die offizielle Bürgerbeteiligung erfolgt. Begleitet von Experten aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft entstanden in mehreren Sitzungen von fünf Gruppen mit insgesamt rund 100 Teilnehmern sowie einer anschließenden Onlinewerkstatt die Ideen, die nunmehr in einem Bürgerprogramm nachzulesen sind.

"Was wir heute daraus gemacht haben war nicht so gut"

Teilweise enttäuschend war jedoch am Freitag die geringe Beteiligung an der Ergebniswerkstatt: Von den rund 50 Teilnehmern kamen mindestens die Hälfte aus der Stadtverwaltung oder den politischen Parteien. Eine Bürgerin kritisierte den Zeitpunkt der Ergebniswerkstatt als verfrüht.

Als ausbaufähig erwies sich auch das Konzept der Präsentation der Ergebnisse, die von Joachim Fahrwald moderiert wurde. So machten Vaupel und Vertreter von SPD, Grünen, CDU und Marburger Linke deutlich, dass sie noch nicht bei allen Detailvorschlägen sofort schon über eine Umsetzung entscheiden können. Auch die Idee, dass die Teilnehmer im Saal jeweils mit einer grünen oder roten Karte die Umsetzung von Vorschlägen bewerten konnten, erwies sich als nicht tragfähig. „Das Bürgerprogramm mit seinen vielen Vorschlägen kann eine sehr gute Grundlage für die weitere Debatte bieten. Aber was wir daraus heute abend gemacht haben, war nicht so gut“, meinte Vaupel selbstkritisch.

Trotz aller Probleme in der Detailumsetzung: Das nun entstandene Bürgerprogramm solle der Politik als Wegweiser dienen, macht der Rathauschef deutlich. Welche Form genau ein Beteiligungsbeirat der Bürger haben soll, das ist aber noch nicht abschließend geklärt.

von Manfred Hitzeroth

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