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Unternehmerin auf Erfolgskurs

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Nachdem vergangenen Dienstag in der OP ein kurzer Bericht über ihre Geschäftsgründung zulesen gewesen war, steht das Telefon von Inka Niermann kaum noch still.

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Inka Niermann bei der Arbeit mit Laptop und Terminkalender

Quelle: Kristina Gerstenmaier

Marburg. Für heute hat Inka Niermann ihren letzten Kunden, für den sie mit ihrem Gebäudeservice einen Privathaushalt in der Marbach betreut, hinter sich gelassen. Jetzt gönnt sie sich in einem Café einen Cappuccino. Doch an Feierabend ist nicht zu denken. Mit Laptop, Handy und Terminkalender sitzt die Neu-Unternehmerin, die betont, wie gerne sie arbeitet, an einem der Tische, ihre Cappuccino-Tasse neben sich.

Das Handy klingelt. Eine ältere Dame aus dem Südviertel ist am anderen Ende der Leitung. Ob Niermann noch Kapazitäten habe, sie könne zunehmend weniger selbst im Haushalt erledigen. Inka Niermann geht auf die Dame ein, schwatzt mit ihr, macht einen kleinen Witz. Sie ist in ihrem Element. Den Preis für ihren Gebäudereinigungsservice, ihre Hausmeisterdienste oder ihre Gartenarbeit möchte sie am Telefon nicht nennen. „Aber seien sie sich sicher“, sagt sie zu der Dame am Telefon, „ich bin erschwinglich.“

„Wieder eine, die meine Nummer über die OP bekommen hat“, bemerkt Inka Niermann beim Auflegen. Es sei in dieser Woche schon die sechste. Nachdem die 45-Jährige im Januar den Schritt gewagt hatte, das Gewerbe „IN-Gebäudeservice“ anzumelden, konnte sie sich schnell einen kleinen aber festen Kundenstamm aufbauen. Doch nachdem erst eine Anzeige und dann ein kleiner Bericht über die Geschäftseröffnung der Wahlmarburgerin in der OP erschienen waren, steigerte sich die Nachfrage enorm. „Im Moment kann ich mein Glück gar nicht fassen“, sagt Niermann. „Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ein gut gehendes Gewerbe aufzubauen, aber dass es so gut klappt, hätte ich mir nicht träumen lassen.“

Nach einer großen privaten Enttäuschung und persönlichen Krise im vergangenen Jahr, die sie auch in eine prekäre finanzielle Situation gebracht hatte, sagte sie sich: „Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder ich bleibe liegen oder ich steh auf.“ Und so hat sie sich fürs Aufstehen entschieden. Da sie seit 20 Jahren ohnehin als Putzkraft gearbeitet hatte und dabei auch viel handwerkliches und organisatorisches Geschick bewiesen hatte, war die Branche naheliegend. Also meldete sie ein Gewerbe an, lieh sich etwas Geld und fuhr zur Anzeigenabteilung der Oberhessischen Presse. Der Rest ergab sich dann fast wie von selbst.

In der Freizeit reiten und mit Hund spazieren gehen

Auch wenn sie jetzt von morgens bis abends unterwegs ist, habe sie noch Kapazitäten frei, betont sie. So würde sie beispielsweise ihre beiden Mitarbeiter gerne, statt sie auf Minijobbasis zu beschäftigen, fest anstellen und weitere Arbeitsplätze schaffen. Die Gefahr, den Großunternehmen in der Branche Konkurrenz zu machen bestehe aber nicht. Denn bei ihr steht ihre Präsenz im Mittelpunkt. „Ich liebe diese Mischung aus körperlicher Arbeit, Kundenkontakt und Terminpflege. Und ich werde immer diejenige sein, die den Wedel schwingt und am Laptop sitzt. Das merken die Kunden“, so Niermann. Als Ausgleich zu der vielen Arbeit geht sie reiten und mit ihrem Hund spazieren. Und auch wenn sie ihre Arbeit liebt, immer erreichbar und offen für neue Aufträge ist, hat sie sich doch einen Grundsatz gesetzt: Der Sonntag bleibt frei.

von Kristina Gerstenmaier

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