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Unmut nach „Nein“ zu Kreisel

Bauerbacher fürchten schlechte Sichtverhältnisse Unmut nach „Nein“ zu Kreisel

Der Entschluss der zuständigen Behörden, auf der Landesstraße 3088 bei Bauerbach keinen Kreisverkehr zu bauen, sorgt in Bauerbach für Unverständnis.

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Ein tödlicher Verkehrsunfall an Pfingsten fachte die seit Jahren existierende Debatte um einen Kreisverkehrbau an.

Quelle: Florian Gaertner

Bauerbach. Verwunderung bei vielen Anwohnern: „Die Nebelzeit kommt jetzt erst wieder“, sagt Walter Weitzel. Damit steige das Gefahrenpotenzial an der Kreuzung, befürchtet der Bauerbacher. Besonders im morgendlichen Pendelverkehr komme es immer wieder zu größeren Staus. Gerade wenn die Busse nach Schröck nicht über die Kreuzung kämen, führe das zu langen Rückstaus, wie Renate Böttner sagte.

Die Sicht ist gerade zu dieser Zeit durch die tiefstehende Sonne beim Blick Richtung Kirchhain sehr schwierig. Dazu kommt, dass die Verkehrsschilder stellenweise den Blick versperren. Eine Bauerbacherin erzählte, dass sie froh sei, wenn sie mit ihrem Bus und nicht dem normal hohen Auto an die Kreuzung fahren müsse.

Die Kreuzung sei „das Resultat einer Fehlplanung“, resümiert Theodor Gölzhäuser. Damals sei eine Unterführung favorisiert worden, besonders für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge. Dies sei jedoch aus Kostengründen abgelehnt worden, so das ehemalige Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. „Wenn es keinen Kreisel geben soll, muss man die Verantwortlichen fragen, wie viele Tote es noch geben soll“, so Gölzhäuser. „Das ist eine Respektlosigkeit vor dem menschlichen Leben.“

Ortsvorsteher überrascht der Beschluss

„Mir war klar, dass sich auf die Fakten und Vorgaben zurückgezogen wird. Deswegen hätte es mich überrascht, wenn die Zusage schnell gekommen wäre“, sagt Ortsbeirats-Mitglied Beate Abé. Sie hatte sich in der Vergangenheit stark für einen Kreisverkehr ausgesprochen. Damit hätte die Möglichkeit bestanden, an der Kreuzung eine Überquerung für Fahrradfahrer einzuplanen und so eine Anbindung eines Fahrradweges nach Schröck zu schaffen, erzählte sie im Gespräch.

Auch Bauerbachs Ortsvorsteher Lothar Böttner (CDU) zeigte sich „überrascht“, dass die Stadtverwaltung zusammen mit Hessen Mobil beschlossen hat, den seit Jahren geforderten Kreisverkehr nicht zu bauen. Dabei habe Oberbürger-
meister Egon Vaupel (SPD) doch seinerseits einen Antrag an Hessen Mobil gestellt, 
nachdem das Bauerbacher Gremium seinen Beschluss erneuert hatte, sagte Böttner auf OP-Anfrage.

Hintergrund: Die Forderung nach einem Kreisverkehrbau auf der Pendlerstrecke kam vor allem nach einem tödlichen Verkehrsunfall an Pfingsten erneut auf. Damals starben zwei Menschen, mehrere wurden schwer verletzt. Vergangene Woche hatten Stadtverwaltung und Hessen Mobil nach einer Verkehrsanalyse angekündigt, dass die Straße keinen Gefahrenschwerpunkt darstelle, ab sofort aber verstärkt geblitzt werde.

von Mareike Bader

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