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Unis fordern mehr Geld vom Land

Appell an neue Landesregierung Unis fordern mehr Geld vom Land

Die Universitäten sind das Herzstück des Wissenschaftssystems, erklärten die Präsidenten von fünf hessischen Hochschulen am Freitag in Wiesbaden.  Zu Semesterbeginn fordern sie von den künftigen Landeschefs eine bessere Grundfinanzierung. 

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Semesterstart im Fachbereich Jura an der Uni Marburg - Erstsemesterstudenten in der Einführungsveranstaltung der Fachschaft.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der derzeitige Ansturm auf die hessischen Universitäten wird nach Einschätzung ihrer Präsidenten noch Jahre andauern. Die Universitäten bräuchten deshalb mehr Geld, um die Masse an Studenten gut ausbilden zu können, sagte der Sprecher der Konferenz der Hessischen Universitätspräsidien (KHU), Professor Rolf-Dieter Postlep, während einer Pressekonferenz am Freitag in Wiesbaden. Postlep, Präsident der Uni Kassel, erneuerte die Forderung an das Land Hessen, die Grundfinanzierung der Universitäten spürbar zu erhöhen.

Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Forschung in Mitleidenschaft gezogen werde.„Die Universitäten sind von zentraler Bedeutung für das Wissenschaftssystem in Hessen und müssen ihren breit gesteckten Aufgaben gerecht werden können“, unterstrich Postlep.In einem am Freitag vorgestellten Positionspapier erklärt die KHU: „Nur die Universitäten decken das gesamte Spektrum wissenschaftlicher Fächer sowie wissenschaftlicher Leistungserbringung ab. Alle anderen Organisationstypen des Wissenschaftssystems sind auf sie angewiesen. Nur die Stärkung des universitären Zentrums kann den Erfolg der Wissenschaft made in Hessen insgesamt langfristig und nachhaltig sichern.“

So erbrächten die Universitäten Forschungsleistungen sowohl in der Grundlagenforschung als auch in angewandter Forschung in größter Breite. Beleg dafür sei zum Beispiel das stetig steigende Drittmittelvolumen, das mittlerweile bei rund 400 Millionen Euro pro Jahr liege und damit etwa 96 Prozent der Drittmittel aller hessischen Hochschulen ausmache.Als förderlich habe sich das Loewe-Programm erwiesen, mit dem das Land Spitzenforschung finanziell unterstützt. Forschungsstark und international erfolgreich sei auch der wissenschaftliche Nachwuchs aus Hessen.

Universitäten prägen ihr Umfeld

„Nur die Universitäten haben für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses über die engere fachliche Qualifikation hinaus Strukturen und Angebote aufgebaut, die der Qualifizierung und Profilierung der künftigen Führungskräfte in Wissenschaft, Wirtschaft sowie im öffentlichen Sektor dienen.“Das exklusive Promotionsrecht der Universitäten, die alleinig die dafür erforderliche disziplinäre Vielfalt und interdisziplinären Plattformen vorhalten, sei daher im Gesamtinteresse des Wissenschaftssystems zu erhalten.

Darüber hinaus heben die Universitäten ihre Bedeutung für das regionale Umfeld hervor: „Die hessischen Universitäten sind Lokomotiven der Internationalisierung der hessischen Wissenschaftslandschaft, der gesellschaftlichen Öffnung ihrer Städte und Regionen sowie des wirtschaftlichen Erfolgs Hessens in einer globalisierten Welt“, heißt es.

Die fünf hessischen Universitäten schulterten den Löwenanteil der akademischen Ausbildung im Bundesland. Rund 65 Prozent aller Studierenden in Hessen seien an einer Universität eingeschrieben. „Die forschungsorientierte Lehre ist Alleinstellungsmerkmal der Universitäten“, schreibt die KHU. Auch die Ausbildung in den Staatsexamensfächern wie Jura und Medizin obliege allein ihnen.

Auf dieser Grundlage „sollte die Arbeitsteilung im Wissenschaftssystem zwischen Universitäten und Fachhochschulen verstärkt und die Komplementarität ihrer Studienangebote erhöht werden“, heißt es weiter. In diesem Kontext verwies Postlep auch auf die hohe Zahl der Studierenden: Im Wintersemester 13/14 seien an den fünf hessischen Universitäten voraussichtlich 144 300 Studierende eingeschrieben, erneut mehr als im Vorjahr.Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause, die am Freitag bei der Vorstellung des Positionspapiers in Wiesbaden teilnahm, erinnerte im OP-Gespräch zugleich an die Wahlprüfsteine der KHU vom Januar, deren Forderungen  jetzt an diejenigen Parteien gehen, die sich derzeit sondieren. Das Positionspapier sei ein Appell an die künftige Regierung, die Universitäten zu stärken.

von Anna Ntemiris

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