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Uni will in Flucht-Debatte eingreifen

Verantwortung Uni will in Flucht-Debatte eingreifen

Mit einstimmigem Votum haben am Mittwoch das Uni-Präsidium und der Uni-Senat eine Tischvorlage unter dem Motto „Aufklärung – Die Verantwortung der Hochschulen in der Diskussion um Migration und Flucht“ beschlossen.

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Der Marburger Uni-Senat tagte am Mittwoch bereits zum zweiten Mal in den frisch renovierten und erweiterten Räumen des langjährigen Senatssitzungssaals.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Wir müssen klare Kante zeigen“, sagte Uni-Senator Günter Nitsch. Und damit traf er auch den Ton der Senatsmitglieder und des Uni-Präsidiums in der Debatte am Mittwoch. Über Gruppen- und Statusgrenzen hinaus waren sich alle Redner einig, dass auch an der Universität kein Ort für Intoleranz gegenüber Flüchtlingen und Migranten entstehen dürfe.

„Wir sind bestürzt, dass im bundesdeutschen politischen Diskurs mit beängstigender Geschwindigkeit das Verständnis für die Situation der Flüchtenden durch eine Sichtweise ersetzt worden ist, in der Flüchtende vorwiegend als eine Bedrohung wahrgenommen werden“, heißt es in dem jetzt verabschiedeten Positionspapier.

Beunruhigend sei zudem, dass diese Radikalisierung politischer Auseinandersetzungen mittlerweile auch die Hochschulen erreicht habe. Vor diesem Hintergrund müssten die deutschen Hochschulen wichtige gesellschaftliche Fragen deutlicher als bisher thematisieren. So sollten sich die Universitäten „einem Verhalten entgegenstellen, in dem Ängste und Hass geschürt und Andersdenkende diskreditiert werden“.

Präsidentin berichtet von Diskriminierung an der Uni

Eine Aufgabe der Hochschulen solle es auch sein, der Blickverengung und der „Intoleranz in Denken und Handeln“ entgegenzuwirken. Mit Leben gefüllt werden sollen diese allgemeinen Forderungen am Mittwoch, 15. Juni, mit einem „Dies Academicus“.

Dann sollen einen Tag lang an der Marburger Universität alle anderen Lehrveranstaltungen ausfallen und es soll in mehreren Veranstaltungen nur um das Thema „Verantwortung der Hochschulen in der Diskussion um Migration und Flucht“ gehen. Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause machte deutlich, es seien dem Präsidium bereits Fälle von Diskriminierung ausländischer Studierenden an der Uni Marburg berichtet worden.

So solle es unter anderem Beschimpfungen mit politischem Hintergrund gegeben haben. Die Bandbreite der Auseinandersetzungen gehe bis zu Rempeleien, sagte die Präsidentin. Auch Studierendenvertreter Konstantin Korn berichtete, dass es quer durch alle Statusgruppen diskriminierende politische Äußerungen gegeben habe, die nicht tolerierbar seien.

von Manfred Hitzeroth

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