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Uni will Wegeführung im Park erhalten

Umweltausschuss Uni will Wegeführung im Park erhalten

Im Umweltausschuss ging es am Dienstag vorwiegend um die künftige Belastung des Alten Botanischen Gartens durch die Campus-Bauvorhaben der Marburger Universität.

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Quelle: Illustration: Alexander Pavlenko

Marburg. Vor der routinemäßigen Sitzung des Umweltausschusses im Saal des Stadtparlaments stand am Dienstag noch ein Ortstermin im Botanischen Garten im dichten Schneetreiben an (siehe Rubrik „Liebe Leser“ auf dieser Seite). Dabei stand im Mittelpunkt die Frage, ob für die zukünftigen Planungen von der Straße Pilgrimstein am städtischen Parkhaus ein barrierefreier Zugang zum Park für Rollstuhlfahrer geschaffen werden könne. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) erläuterte jedoch vor Ort, dass die Steigung auf der dafür möglichen Strecke sich als zu steil erwiesen habe.

Auch eine weitere Möglichkeit kommt nach dem bisherigen Planungsstand nicht in Frage: Die Philipps-Universität hat kein Geld mehr im Budget für den Neubau der Uni-Bibliothek, um dort einen behindertengerechten Aufzug einzurichten, der von der neuen UB aus einen barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer zum Alten Botanischen Garten ermöglichen könnte.

So bleibt nach dem derzeitigen Konzept nach der Fertigstellung der neuen Bibliothek nur ein rollstuhlfahrergeeigneter Zugang übrig: dieser führt dann über die neu angelegte Brücke in der Johannes-Müller-Straße, die als neue Verbindung von der Bibliothek zum Hörsaalgebäude führen soll. Die bisherige Brücke, die direkt hinter dem Hörsaalgebäude in den Park führt, steht noch unter Bestandsschutz. Jedoch könnte sie dann abgerissen werden, wenn sie nicht mehr verkehrssicher ist.

Bei der Sitzung des Ausschusses im Anschluss an den Ortstermin erklärte Dr. Andreas Titze, der Leiter der Botanischen Gärten, dass die Verantwortlichen der Universität auf jeden Fall noch einen weiteren Zugang zum Botanischen Garten planen wollen, der auch behindertengerecht ist.

Rückbau von Treppenoch nicht beschlossen

Diese Planung solle in Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege erarbeitet werden. Es sei im übrigen im Sinne der Universität, dass der Botanische Garten auch weiterhin von der Bevölkerung zu Erholungszwecken genutzt werde.

Noch ist nicht klar, ob das Treppenbauwerk am Pilgrimstein, das bisher noch in die Parkmitte in den Botanischen Garten führt, zurückgebaut wird oder weiter bestehen bleibt. Für den Fall eine Rückbaus würde dann ein attraktiver Zugang zum Botanischen Garten von der Oberstadt aus fehlen. Wo dann ein Alternativ-Zugang gefunden werden könnte, das ist noch nicht klar.

Noch sind aber von seiten der Universität keine Entscheidngen getroffen worden. Titze kündigte an, dass noch in diesem Jahr ein Parkpflegewerk erarbeitet werde, das auf dem bisher bestehenden inoffiziellen Parkpflegewerk aufbaue. Ziel sei es, darin auch die künftige Wegegestaltung für den unter Denkmalschutz stehenden Park festzulegen. Titze deutete bereits an, dass die bisherige „klassische“ Wegeführung weitgehend bestehen bleiben sollte. Es sollten im Park keine asphaltierten Wege geschaffen werden, denn es sei aufgrund der historischen alten Bäume nicht möglich, den Winterdienst mit Salzstreuen auszuführen.

Einige Mitglieder des Umweltausschusses äußerten die Vermutung, dass in Zukunft nach dem Bau der neuen Bibliothek mehr Studierende auf der Suche nach Abkürzungen auf dem Weg zum Hörsaalgebäude durch den Garten gehen werden.

Befürchtung: „Kurze Wege über den Rasen“

„Es werden kurze Wege über den Rasen“, meinte Manfred Jannasch (CDU). Stefan Schartner (FDP) forderte, dass es für den Alten Botanischen Garten als ein wichtiges Naherholungsgebiet mehr Zugänge geben müsse, Ein weiteres Thema im Zuge der Diskussion um die Offenlegung des Bebauungsplans für das Campus-Bauprojekt Sprachatlas war die Frage, was aus den Resten des Schornsteins auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei wird, die beim Neubau dem Sprachatlas-Gelände weichen müssten.

Bürgermeister Kahle machte deutlich, dass weder die Stadt, noch die Universität eine Summe von bis zu 100000 Euro ausgeben würden, um den Rest-Schornstein an einen anderen Standort - beispielsweise unweit des Hörsaalgebäudes - zu verlegen. Geld für dieses Vorhaben müsste dann aus einer anderen Quelle kommen, erläuterte Kahle.

Der Schornstein stehe nicht unter Denkmalschutz, betonte Kahle. Er räumte jedoch ein, dass er durchaus eine Reminiszenz an die Industriegeschichte des Areals darstellen könne.

von Manfred Hitzeroth

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