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Uni will UB-Parkplatz nicht aufstocken

Spies lässt Möglichkeiten in der Kernstadt prüfen Uni will UB-Parkplatz nicht aufstocken

Die Idee, den Parkplatz 
an der alten UB als 
„Auffangparkplatz“ 
 auszubauen, hat einen schweren Rückschlag 
erlitten.

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Der Parkplatz an der Unibibliothek in Marburg: Die Uni will den Parkplatz nicht bis zum Niveau der Kurt-Schumacher-Brücke aufstocken wie von der Stadt erhofft.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Philipps-Universität als Grundstückseignerin teilte der Stadt mit, dass sie kein Interesse habe, den Platz bis auf das Niveau der Kurt-
Schumacher-Brücke durch ein oder mehrere Parkdecks aufzustocken. Offenbar stehen Landesmittel für diesen Plan, auf den die Stadt jahrelang 
gesetzt hatte, derzeit nicht zur Verfügung.

Ob die Stadt dem Land Hessen das Gelände abkaufen kann, ist völlig offen. Man bleibe in der Sache weiter im Gespräch, ließ Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne mitteilen. Wie es in dieser zentralen Frage für die Erreichbarkeit der Innenstadt für Autofahrer weitergeht, darüber wollte sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) nicht konkret äußern.

Der auf das Niveau der Kurt-Schumacher-Brücke ausgebaute Parkplatz mitsamt einer Fahrradstation und einer Shuttle-Verbindung in die Innenstadt war das Kernstück der verkehrspolitischen Überlegungen der Koalition: Rund um die Kernstadt ausreichend Parkplätze 
schaffen, Auswärtige mit einem Parkleitsystem auf diese Plätze hinweisen und komfortable Busverbindungen in die Innenstadt anbieten.

Neuer OB sucht andere Wege als Vorgänger

Ziel sollte sein, den Parksuchverkehr in der überfüllten Innenstadt zu reduzieren. „Wir brauchen diese Parkplätze, um den Druck auf den Parkraum in der Innenstadt nach dem Ausbau des Campus Firmanei zu lindern“, sagte der frühere Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) 2014 bei der Vorstellung eines Parkraumkonzepts.

Neben dem UB-Parkplatz, der „ertüchtigt“ werden sollte, spielen ein Parkdeck auf dem großen Parkplatz am Afföller unter Ausbau und Sanierung des Parkdecks am Bahnhof eine wichtige Rolle in den Überlegungen von damals, die das Stadtparlament „zur Kenntnis“ genommen hatte.

Vaupels Amtsnachfolger Spies sucht daneben offenbar auch verstärkt nach Lösungen zur Schaffung von Parkplätzen in der Innenstadt. Vor allem mit Blick auf die Neueröffnung der Stadthalle reichten die Parkplätze im Parkhaus Pilgrimstein nicht aus, glaubt das Stadtoberhaupt – ein Argument, das die bürgerliche Opposition in den vergangenen Jahren nimmermüde vorgetragen hat.

Der Bau einer Tiefgarage unter der Biegenstraße ist dabei offenbar endgültig vom Tisch. „Fließgewässer“ im Untergrund würden ein solches Projekt unbezahlbar machen, sagt Spies nach einer erneuten Prüfung.

Pilgrimstein wieder auf der Tagesordnung

Vom Tisch ist auch die Überlegung, auf dem Parkplatz 
neben dem Hörsaalgebäude, direkt angrenzend an die Gemeindegebäude von St. Peter und Paul, ein „Stapelparkhaus“ zu errichten, in dem Autos wie in einem Hochregallager aufbewahrt werden, bis der Besitzer sie am Eingang wieder abholt.

Dieser Plan, der in einem Treffen von Stadt, Stadtwerken und Universität erörtert worden war, kann nicht umgesetzt werden, weil unter dem Gelände wichtige Versorgungsleitungen entlanglaufen, die dann nicht oder nur noch mit großem Aufwand zugänglich wären, bestätigte Uni-Sprecherin Andrea Ruppel der OP: Spies lässt nun eine alte Idee prüfen, die längst vom Tisch schien: die Erweiterung des Parkhauses am Pilgrimstein.

Er habe die Stadtwerke gebeten, zu prüfen, ob nördlich des Parkhauses, also Richtung Elisabethkirche, ein Stapelparkhaus gebaut werden kann. Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren bestätigte die Bitte, äußerte sich aber gegenüber der OP zurückhaltend über die Erfolgsaussichten dieser Idee. Schon 2013/2014 war diese Idee nach einer Prüfung verworfen worden – „aus Stadtbildgründen“, wie es damals hieß.

von Till Conrad

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