Im Kugelhaus sind derzeit noch die Völkerkundler und die Sportwissenschaftler der Philipps-Universität untergebracht.
Marburg. Die Zentralisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften im geplanten Uni-Campus am Alten Botanischen Garten bringt auch mit sich, dass die Philipps-Universität einen großen Teil ihrer in Streulage befindlichen Gebäude verkaufen will. „Es gibt Vorverhandlungen mit der katholischen Kirchengemeinde der Kugelkirche, die das Haus kaufen will“, bestätigte Dr. Eckhard Diehl, Technischer Leiter der Marburger Universität, der OP am Donnerstag auf Anfrage.
Pfarrer Franz Langstein von der Kugelkirchen-Gemeinde ist begeistert von dem Vorhaben, das Kugelhaus zu übernehmen. „Wir haben für die Kirchengemeinde sowieso einen großen Raumbedarf“, sagte Langstein im Gespräch mit der OP. Da die Gemeinde der Kugelkirche bisher keine festen Gemeinderäume hat, muss sie beim Firmunterricht oder der Veranstaltung von Gesprächskreisen in andere Gemeinden oder das alte Pfarrhaus ausweichen. Da das Kugelhaus direkt im Schatten der Kugelkirche steht, ist es auch von der räumlichen Nähe her bestens für eine Nutzung durch die Kirchengemeinde geeignet. Außerdem verweist Pfarrer Langstein auch darauf, dass wieder das zusammengeführt werden könnte, was früher zusammengehört habe und derzeit noch durch einen Maschendrahtzaun getrennt sei. „Im Kugelhaus wohnten früher die Kugelherren“, erzählt Langstein. Wahrscheinlich würde die Gemeinde aber nur zwei Drittel der Fläche des Kugelhauses benötigen, für das restliche Drittel würde Langstein im Fall eines Kaufs noch mögliche Nutzer suchen.
Für die Völkerkundliche Sammlung und das Uni-Institut für Völkerkunde, die noch im Kugelhaus untergebracht sind, haben die Uni-Verantwortlichen einen neuen Standort in der Marburger Innenstadt im Visier. Welcher das genau sein wird, das soll zunächst uni-intern bekannt gegeben werden, erläuterte Diehl. Die Sportwissenschaftler, die ebenfalls noch im Kugelhaus Räume haben, sollen in einen Anbau an die Uni-Sporthalle am Uni-Stadion umziehen.
Die bisherigen Planungen der Uni-Leitung sehen vor, dass das Gebäude im Jahr 2011 geräumt wird. Spätestens bis dahin müssten die Verkaufsverhandlungen abgeschlossen sein. Eines ist aber sowohl Dr. Diehl als auch Pfarrer Langstein klar: Es gibt auf jeden Fall einen erheblichen Renovierungsbedarf im Kugelhaus. „Das Haus muss grundlegend saniert werden“, sagt Eckard Diehl.
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