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Uni intensiviert Kooperation mit Sfax

Städtepartnerschaft Uni intensiviert Kooperation mit Sfax

Die Städtepartnerschaft mit der tunesischen Stadt Sfax wird jetzt weiter mit Leben gefüllt: Die Universitäten Marburg und Sfax arbeiten künftig noch stärker zusammen.

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Marburgs tunesische Partnerstadt ist auch der Sitz einer Universität.

Quelle: Stefan Diefenbach-Trommer

Marburg. Mehrere Wissenschaftler der Philipps-Universität sind seit Anfang der Woche aus offiziellem Anlass zu Besuch in Sfax. Der Grund ist die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages mit der Universität in Sfax, der zweitgrößten Stadt Tunesiens. Die Universität ist ähnlich wie die Marburger Universität eine mittelgroße Hochschule.

Aufgrund der Kontakte beider Partnerstädte gab es schon in den zurückliegenden Jahren inoffiziellen Austausch einzelner Professoren. So erinnert sich Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne), dass bereits beim offiziellen Besuch einer Marburger Delegation in Tunesien im Jahr 2002 auch ein Vertreter der Philipps-Universität mit dabei gewesen sei. Und bei einem Gegenbesuch einer Sfaxer Delegation seien auch zwei Professoren der dortigen Universität mitgereist.

Politische Lage vor Ort unübersichtlich

Jetzt wird die Kooperation auch schriftlich bekräftigt. Uni-Vizepräsident Professor Michael Bölker konnte aus persönlichen Gründen nicht die Reise nach Sfax mit antreten. Er freut sich aber über die Koopera­tion beider Hochschulen. Zugleich machte er deutlich, dass sie für die Philipps-Universität in ihrer Internationalisierungsstrategie aber nicht die Bedeutung habe wie die drei strategischen Partnerschaften mit zwei chinesischen Universitäten sowie der britischen Universität Kent. Ansonsten gebe es noch eine Vielzahl von weiteren Partnerschaften mit anderen Universitäten weltweit, die vor allem vom Engagement und den freundschaftlichen Kontakt einzelner Wissenschaftler lebten.

Für Bürgermeister Kahle ist die Partnerschaft beider Hochschulen fast sogar noch wichtiger als die Städtepartnerschaft. Denn ein wissenschaftlicher Austausch sowie wechselseitige Besuche von Nachwuchsforschern könnten noch mehr dazu beitragen, dauerhafte Beziehungen zwischen beiden Städten aufzubauen als die Kontakte der offiziellen Politik.

Die Kooperation könne auch einen kleinen Baustein zu einem verstärkten Kennenlernen zwischen der westlichen und der arabischen Welt darstellen, hofft Kahle. Das sei insbesondere deswegen notwendig, weil die politische Lage vor Ort in Sfax seiner Kenntnis nach immer noch unübersichtlich sei. Es sei nicht immer ganz klar, wer die Ansprechpartner vor Ort seien.

Dieses genauer zu ergründen, sei auch eine Aufgabe für Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk (SPD) und Magistrats-Mitglied Christian Schombert (CDU), die beide im Auftrag der Stadt Marburg die Uni-Delegation begleiten. Als Abgesandte der Hochschule ist unter anderem vom Centrum für Nah- und Mitteloststudien dessen Direktor, Professor Albrecht Fuess, nach Sfax gereist. Er präsentiert ein Marburger Forschungsprojekt, in dem es um die politische Transformation nach der Revolution im „Arabischen Frühling“ geht.

Auch der Marburger Informatik-Professor Bernd Freisleben gehört zu der Uni-Delegation, der ebenfalls Kontakte zu den Kollegen in Tunesien pflegt.

von Manfred Hitzeroth

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