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„Uni hat nie eine Zusage gemacht“

Kahle-Aussage zu UB-Parkplatz „Uni hat nie eine Zusage gemacht“

Die Stadt soll darum kämpfen, dass Land und Universität sich doch noch an der Erweiterung des Parkdecks in der Wilhelm-Röpke-Straße beteiligen.

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Der Parkplatz an der Universitätsbibliothek soll nach dem Willen der Stadt ausgebaut werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mit einer Gegenstimme von der Marburger Linken verabschiedete der Umweltausschuss am Dienstagabend einen Beschlussvorschlag für das Stadtparlament, nach dem sich der Magistrat mit Unileitung und Land zusammensetzen soll, um einen Ausbau des Decks doch noch zu ermöglichen.

Anfang März war bekannt geworden, dass die Universität nicht plant, den Parkplatz neben der alten UB auszubauen. Das zwischen der Stadt, dem Land und der Universität gemeinsam erarbeitete Campus-Konzept hatte vorgesehen, dass notwendige Parkmöglichkeiten vornehmlich in der Wilhelm-Röpke-Straße angesiedelt werden.

Die Pläne sahen so aus, dass ein Parkdeck auf den bestehenden Parkplatz aufgesetzt werden soll, so dass das Straßenniveau der Kurt-Schumacher-Brücke erreicht wird. Von hier aus sollten Autofahrer, die ihren Pkw abgestellt haben, die Innenstadt per Bus erreichen.

Brunnet: Uni hat Stadt an der Nase herumgeführt

Die Stadtwerke Marburg haben die entsprechende Haltestelle bereits eingerichtet. Im Parkplatzkonzept der Stadt spielte diese Perspektive eine zentrale Rolle für die Erreichbarkeit der Innenstadt nach der Fertigstellung des Campus Firmanei.

Völlig unerwartet hatte die Uni im März diese Pläne abgesagt. Man plane derzeit nicht, die Parkplätze der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In mehreren gemeinsamen öffentlichen Veranstaltungen von Stadt und Universität hatten beide vermeintlichen Partner die Pläne vorgestellt.

Die Universität habe sich an ihre Versprechen nicht gehalten und die Stadt an der Nase herumgeführt, kommentierte CDU-Verkehrsexperte Joachim Brunnet aufgebracht. Das gesamte Stellplatzkonzept der Stadt Marburg habe auf dem Bau dieses Parkplatzes beruht.

Dem widersprach Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Die Universität könne sämtliche Parkplätze, die sie für den Bau des Campus Firmanei laut Stellplatzsatzung nachweisen muss, auf dem Parkplatz neben der UB nachweisen – und zwar auch ohne Aufstockung.

Schüren: Stadtwerke zu Gesprächen bereit

Die Uni habe immer erklärt, sie könne sich vorstellen, den Parkplatz mit Geldern aus Baumitteln des Landes aufzustocken. Diese flössen nun doch nicht, insofern müsse man für die Entscheidung der Universität Verständnis haben. Es sei aber laut Kanzler Dr. Friedhelm Nonne nach wie vor Absicht der Uni, der Öffentlichkeit Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Die Universität habe weder eine Zusage für den Ausbau des Geländes gemacht, noch hätten die Campus-Pläne den Ausbau des Parkplatzes zur Voraussetzung gehabt, erklärte der Bürgermeister den überwiegend verdutzt aus der Wäsche schauenden Ausschussmitgliedern. Dann sei dies in der Vergangenheit immer falsch dargestellt worden, sagte Brunnet und kündigte an, die CDU werde prüfen, wer hier falsch gehandelt habe.

Stadtwerke-Geschäftsführer Schüren sagte der OP, sein Unternehmen sei bereit, mit der Stadt den Bau des Parkdecks ohne die Universität zu prüfen. Dazu müsse das Land allerdings das Gelände zur Verfügung stellen.

von Till Conrad

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