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Uni benötigt ihre Türme auch weiterhin

Aprilscherz Uni benötigt ihre Türme auch weiterhin

Die Uni-Türme an der Stadtautobahn bleiben stehen, auch wenn wir am 1. April ihre baldig bevorstehende Sprengung vermeldeten.

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Das Areal der geisteswissenschaftlichen Türme an der Stadtautobahn aus der Luft betrachtet.: Bis auf weiteres werden die Türme weder abgerissen noch gesprengt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Von den einen als unpraktisch und veraltet gehasst, von den anderen als „wahrer Campus“ der Uni immer noch geliebt: Die geisteswissenschaftlichen Türme an der Stadtautobahn lassen die Marburger nicht kalt. Und so verwundert es auch nicht, dass der gestrige OP-Bericht über eine unmittelbar bevorstehende Sprengung der Türme eine Vielzahl von Reaktionen bei den OP-Lesern hervorrief. Nicht nur im „Facebook“-Forum gab es am gestrigen 1. April jede Menge Kommentare zum Artikel.

Zugegebenermaßen: die Geschichte war erfunden und enthielt auch eine Reihe von unrealistischen Einzelheiten:

  • So wäre es wohl auch bei erheblichem logistischen Aufwand nicht möglich, die Türme innerhalb von gut zwei Wochen zu räumen und für die dann anstehende Sprengung vorzubereiten.
  • Auch ein kurzfristiger Umzug der „Belegschaft“ der Türme in den Chemie-Neubau wäre wohl aus mindestens zwei Gründen nicht machbar. Erstens ist ein großer Teil der Räume in dem Neubau für die Labor-Nutzung zugeschnitten. Und zweitens würden sich über eine mehrjährige Interimslösung wohl auch die Vertreter des Fachbereichs Chemie beschweren, die dringend aus ihrem veralteten Bau ausziehen und in den bald fertigen Neubau umziehen wollen.
  • Auch wenn es schön klingt: Einen Sonderfonds „Innovatives Denken und Handeln“, aus dem laut unserem erfundenen Bericht eine zweistellige Millionensumme zur Finanzierung des Gesamtvorhabens fließen sollte, haben der Bund und das Land Hessen leider nicht.
  • So interessant die Idee auch wäre: Dass die Uni-Leitung die Rolle der unternehmerischen Universität so offensiv interpretiert und eine „Philipps-Arena“ baut und betreibt, ist wohl auch eher eine Zukunftsvision, die nicht umgesetzt wird.

OP-Bericht gefiel Marburgern

Und nun wieder zurück zur Realität: Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause versicherte der OP noch einmal, dass die Türme der Philosophischen Türme auf jeden Fall noch einige Jahre lang für den universitären Alltagsbetrieb benötigt werden. Denn schließlich will die Uni-Leitung den „Studentenberg“ bewältigen, der mit dem Ansturm der Abiturienten aus den doppelten Abiturjahrgängen einhergeht. Genauere Pläne für die weitere Zukunft der Türme gibt es übrigens laut der Uni-Präsidentin derzeit noch nicht.

Doch trotz allem: Die Grundidee aus dem OP-Bericht gefiel vielen Marburgern. „Au ja! Ich packe schon mein Büroinventar ein! Ist ja super, endlich“, schrieb Renate Hilberg im „Facebook“-Forum der OP. Und Aga Dechert meinte dort: „Ich wünschte, es wäre wahr...“

Auch ein Vertreter der Kommunalpolitik reagierte. „Da war ich gestern morgen ja ganz entzückt über den hervorragenden Plan der Universität mit der Sprengung der Phil-Fak-Türme und der Planung der neuen Kongress- und Veranstaltungshalle. Wer hätte mit der plötzlichen Wende der Planungen hin zu den Überlegungen und langjährigen Forderungen unserer Partei und Fraktion gerechnet“, schrieb CDU-Fraktionsvorsitzender Wieland Stötzel der OP. „Und OB Vaupel hätte endlich dem verbliebenen Gerippe-Rest der Stadthalle den Garaus machen können und wir hätten den Bereich neu planen können“. so Stötzel. „Aber die Hoffnung auf einen ganz ähnlichen Bericht an einem anderen Tag in möglichst naher Zukunft bleibt“, schreibt Stötzel.

von Manfred Hitzeroth

Einen hatten wir für Sie in der Hinterland-Ausgabe versteckt. 

Auf große Resonanz stieß auch der Bericht „Krim-Krise hilft hinterländer Wirtschaft“. Dabei durchschauten die OP-Leser recht bald die Absicht der Autoren Stefan Runzheimer und Hartmut Berge, sie in den April zu schicken. Denn sowohl der Fund von „Seltenen Erden“ – die gibt es allerdings tatsächlich, wenn auch selten und bestimmt nicht hier im Raum – als auch die konkreten Absichten eines Investors, die Aar-Salzböde-Bahn-Strecke zur reaktivieren waren frei erfunden. Ebenso verhielt es sich mit den Stellungnahmen der Bürgermeister. Georg Gaul aus Lohra und dessen Gladenbacher Amtskollege Klaus-Dieter Knierim waren nicht informiert, hätten sich aber sicherlich über den unverhofften wirtschaftlichen Aufschwung und den damit einhergehenden Geldsegen riesig gefreut, müssen sich aber damit bescheiden, weiterhin kleine Brötchen zu backen.

von Gianfranco Fain

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