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Uni bald Vorreiter bei „Data Science“?

Uni-Senat Uni bald Vorreiter bei „Data Science“?

Der Hang zur digitalen Datensammlung im großen Stil ist ungebrochen - höchste Zeit, dass der Umgang mit riesigen Datenmengen professionell an einer Universität erlernt werden kann. Marburg will Vorreiter werden.

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Ausgiebige diskutierte der Unisenat die Budgetplanung für das kommende Jahr.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Bei nur zwei Enthaltungen beschloss der Senat der Universität die Einrichtung des neuen Studiengangs „Data Science“ und gab somit den Start in Marburg für ein in Deutschland kaum vertretenes Fach. „Marburg würde eine Vorreiterrolle im Umgang mit großen Datenmengen spielen“, betonte Professor István Heckenberger vom Fachbereich Mathematik und Informatik. Eine Einführung trage nicht nur dem modernen Schwerpunkt des neuen Fachs Rechnung, sondern bedeute gleichfalls ein weiteres Angebot für die Studierenden, für die angesichts sinkender Studentenzahlen weitere Anreize geschaffen werden sollten.

Nach breiter Zustimmung der 16 Stimmberechtigten kann der Vorschlag nun in die Akkreditierungsphase eintreten und möglicherweise bereits im nächsten Wintersemester zur Verfügung stehen, erklärte Vizepräsident Professor Harald Lachnit einen „zeitgemäßen Studiengang, mit dem sicher neue Studenten zu gewinnen sind“.

Über den derzeitigen Stand der Zielvereinbarungen zwischen dem Land Hessen und den Universitäten berichtete Unipräsidentin Professorin Katharina Krause. Die Übereinkunft konkretisiert den aktuellen Hochschulpakt und stehe „in der redaktionellen Schlussphase“. Eine Unterzeichnung ist für März geplant. Darüber hinaus trat eine für die Uni relevante Regelung vor wenigen Tagen in Kraft - das Gesetz zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften. Eine wesentliche Neuerung betrifft sowohl die Fach-Gremien wie den Senat: Neuerdings müssen die Gremien „bei allem, was Studienbedingungen betrifft“, entsprechende Sitzungsunterlagen zwei Wochen vorher an die Fachschaftsräte und den Asta schicken. Bislang belief sich diese Frist auf eine Woche. Die Uni fühlt sich von dem Gesetz, das auf eine Übergangsregelung verzichtet, etwas überrumpelt. Die neue Regelung bedeute eine zügige Anpassung der bisherigen Ablaufpläne, betonte Krause.

Ausgiebig wurde während der mehrstündigen Sitzung ein Budgetplan für das Jahr 2016 diskutiert. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Uni rund 9 Millionen Euro mehr an Einnahmen zur Verfügung und peilt ein geplantes Defizit von 1,1 Millionen Euro an, rund zwei Drittel weniger als im Vorjahr.

Abzüglich einer Rücklage im Zusammenhang mit dem Hochschulpakt liege „der reale Spielraum“ bei 7 Millionen Euro, teilte Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne mit.

Das Gros der zusätzlichen Ausgaben entfällt auf die Fachbereiche, deren Gesamtzuweisungen mehr als 5 Millionen Euro steigen sollen. Gewinner dabei wird die Humanmedizin, die im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von mehr als 2 Millionen Euro bedacht wurde.

Unterhaltskosten„wachsen und wachsen“

Von dem Budgetplan profitieren werden auch die sogenannten „kleinen Fächer“, also seltene, teils bundesweit einzigartige Studienfächer wie unter anderem Keltologie, Indologie oder solche aus den Nah- und Fernoststudien. Für deren Erhalt bezieht die Uni zusätzliche 815000 Euro. „Dafür haben wir gekämpft, ein wichtiger Erfolg“, konnte Nonne zufrieden verkünden. Weitere Zuschüsse sind für besonderen Bauunterhalts-Bedarf sowie für das BSL-4-Labor zu erwarten.

„Wir leben aber nicht in Saus und Braus“, relativierte Kanzler Nonne. Mit der Finanzierung kämen die Fächer nur „einigermaßen hin“.

Auf der Ausgaben-Seite besonders ins Auge fallen zudem wachsende Unterhaltskosten der Universitätsgebäude. Sorge bereite dem Präsidium, dass etwa die Betriebs- und Heizkosten massiv ansteigen, teilte Präsidentin Krause mit. Man habe Bedenken, dass die Kosten für den allgemeinen Betrieb einer Universität „wachsen und wachsen - ohne dass gleichzeitig eine Qualitätssteigerung für Forschung und Lehre zu sehen ist“, so die Präsidentin.

Nach angeregter Diskussion stimmte das Gremium der Budgetplanung 2016 zu.

von Ina Tannert

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