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Uni-Senat schafft vier Studiengänge ab

Philipps-Universität Uni-Senat schafft vier Studiengänge ab

Master-Studiengänge wie Latinistik oder Gräzistik fallen weg. Dafür können Studierende künftig „Klassische Philologie“ belegen.

Marburg. Während von der Straße immer wieder das Gejohle der feiernden Narren des Rosenmontagsumzugs herüber schallte, tagte am Montag der Uni-Senat in gewohnter Form. Der Senat beschloss unter anderem die Einrichtung eines neuen Masterstudiengangs im Fachbereich 09 (Germanistik und Kunstwissenschaften) mit dem Titel „Speech Science (Sprechwissenschaft/Phonetik)“. Im Fachbereich 10 (Fremdsprachliche Philologien) wird derzeit aufgeräumt und umgestellt. Ein großer Teil des Masterangebots des Fachbereichs wird umstrukturiert.

Grund für die umfangreiche Überprüfung einzelner, zum Teil sehr kleiner Fächer war der Wunsch des Fachbereichs nach breiteren Strukturen innerhalb der Fächer und die Förderung des Studieninteresses. Die insgesamt sechs Tagesordnungspunkte dieses Themas wurden komplett mit 15 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. „Durch eine Bündelung kann mehr Luft und Freiheit für alle Beteiligten geschaffen werden“, stimmte auch Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause zu. Damit ist beschlossen, dass insgesamt vier Master-Fächer des Fachbereichs 10 demnächst nicht mehr an der Universität angeboten werden. Die Masterstudiengänge Semitistik, Gräzistik, Latinistik sowie Indo-Tibetologie werden für künftige Studierende in dieser Form nicht mehr zur Verfügung stehen. Für Studenten, welche diese Fächer aktuell belegt haben, wird es eine Übergangsregelung geben, so dass niemand sein Studium abbrechen muss, sondern es zu Ende studieren kann.

Die alten Fächer werden in andere Fächer mit dem akademischen Grad Master eingegliedert. So werden in Zukunft die Fächer „Sprach- und Kulturwissenschaften des Vorderen Orients“ sowie „Klassische Philologie“ offiziell als Masterstudiengänge angeboten werden.

Krause: Uni benötigt 200 Euro mehr pro Student

Im Anschluss drehte sich die Diskussion um die sinkenden staatlichen Zuschüsse und schwindende Grundfinanzierung der Universitäten. Insbesondere die unsicheren Prognosen der künftigen Finanzierung bereiteten Probleme. Krause betonte, dass man mindestens 200 Euro im Jahr pro Student mehr brauche. „Wir brauchen die Sicherheit, dass Förderprogramme auch in Zukunft weiter laufen. Es gibt leider wenig klare Aussagen zur Finanzierung“.

In der Debatte um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg kam ebenfalls das Thema Zuschüsse auf. Die Landesregierung wolle das Klinikum mit über 13 Millionen Euro jährlich für beide Klinikstandorte unterstützen, sagte Krause. Die Präsidentin freute sich zudem über das Vorhaben, beide ansässigen Fachbereiche an ihren jeweiligen Standorten zu erhalten sowie die Vereinbarung zwischen Klinikum, Land und Universität über die Schaffung einer besseren Arbeitsplatzsicherheit. Es sei aber noch viel Arbeit mit dem UKGM nötig, so Krause.

von Ina Tannert

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