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Uni-Kita ist 50: Fest im neuen Ambiente

Jubiläumsfeier Uni-Kita ist 50: Fest im neuen Ambiente

Die Uni-Kindertagesstätte feierte am Freitag ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Sommerfest.

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Eltern, Kinder, Erzieher und Gäste feierten 50 Jahre Uni-Kita. Auch die Töchter von Landrätin Kirsten Fründt besuchten die Uni-Kita, wie die mitgebrachten Tagebücher bewiesen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „In den 60er Jahren kamen erwachsene Männer und Frauen auf merkwürdige Ideen: Sie lebten zusammen, heirateten und bekamen Kinder. Und das, obwohl sie nur Studenten waren. Auf so etwas war die Gesellschaft nicht eingestellt“, erinnern sich Rolf und Antje Kamradek, beide Gründungsmitglieder des Vereins „Interessengemeinschaft Universitäts-Kindergarten/Aktionsgemeinschaft studierender Eltern“. Der Verein bewirkte 1965, nach dreijährigem Bemühen, die Gründung der ersten westdeutschen Uni-Kindertagesstätte in Marburg. Diese feierte gestern ihr 50-jähriges Bestehen.

Die Realisierung musste sich mühsam gegen Vorbehalt der Öffentlichkeit durchsetzen.

„Man unterstellte mangelnde Ehereife und hatte Bedenken um das Wohl des Studentenkindes. Man befürchtete auch, die Studentenehe könne durch eine derartige Einrichtung wie eine Kita in nicht vertretbarer Weise anerkannt und propagiert werden“, erklärt Helmut Henss, einer der Gründungsväter der Kindergartenbewegung.

Doch das Marburger Experiment fand Akzeptanz und wurde zum Modell für ähnliche Einrichtungen in vielen deutschen Städten. Sogar ein aus Japan angereistes Fernsehteam drehte 1966 eine Dokumentation über die Uni-Kita in der Deutschhausstraße 15.

Kita bietet 50 Ganztagesplätze

Im letzten Jahr hatte die Uni-Kita ein neues Gebäude „Am Schwanhof“ bezogen. 50 Ganztagesplätze für Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren, also 10 Plätze mehr als zuvor, stehen dort für den Nachwuchs von Studierenden und Uni-Angehörigen zur Verfügung.

Zudem gibt es noch eine weitere Kita mit 20 Plätzen, die das Marburger Studentenwerk am Erlenring betreibt.

Parallel zur Geburtstagsfeier fand gestern auch das erste Sommerfest der Uni-Kita an ihrem neuen Standort Am Schwanhof statt. So herrschte am Sandkasten neben dem Festzelt schon vor dem Start der offiziellen Reden Hochbetrieb, denn viele Kita-Kinder waren mit ihren Eltern zum Feiern gekommen.

Zuerst nur eine "Notlösung für schwierige Fälle"

„Es ist schön, dass es so lebendig ist“, freute sich die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Die Marburger Universität unterstützt die Uni-Kita durch die Finanzierung des Gebäudes ebenso wie die Stadt Marburg, die den laufenden Betrieb finanziert.

In den Anfangszeiten sei die Marburger Uni-Kita als eine Art „Notlösung für schwierige Fälle“ gedacht gewesen, heutzutage sei solch eine Einrichtung eine selbstverständliche Lösung be der Kinderbetreuung.

Ein sehr persönliches Grußwort hielt Landrätin Kirsten Fründt. Als ehemalige Elternvertreterin der Uni-Kita hatte sie die Kita-Tagebücher ihrer Töchter sowie eine ihrer Töchter mitgebracht.

Ebenfalls viel Beifall erhielten die Gründungsmitglieder der Kita aus den 60er Jahren, die Elternvertreter Michael Groll mit Blumensträußen willkommen hieß.

von Manfred Hitzeroth

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