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Uni-Kita bleibt an der Großbaustelle

Campus-Neubau Uni-Kita bleibt an der Großbaustelle

Der Umzug der Uni-Kindertagesstätte verzögert sich: Statt im Sommer dieses Jahres soll der Umzug vom Alten Botanischen Garten an den Schwanhof jetzt erst im Februar 2014 erfolgen.

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Im vergangenen Jahr hatten Eltern der Kinder aus der Uni-Kindertagesstätte (rechte Seite) mit Transparenten auf die Lage des Gebäudes direkt an der Großbaustelle für den Bau der Uni-Bibliothek aufmerksam gemacht.

Quelle: Archivfoto: Nadine Weigel

Marburg. Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bestätigte der OP auf Anfrage, dass sich der Umzug der Uni-Kindertagesstätte an den Schwanhof verzögern wird. Statt Sommer 2013 wird der voraussichtliche Umzugstermin nun im Februar 2014 liegen, sagte die Präsidentin. „Wir hatten ursprünglich gehofft, bis Sommer einen Neubau für die Kita in Fertigbauweise fertigzustellen“, erläuterte Krause. Doch diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt. Denn derzeit seien die darauf spezialisierten Baufirmen aufgrund der großen Anzahl von Aufträgen zahlreicher Kommunen zu überlastet, so dass sich die Bauzeit verzögert hätte. Nun habe sich die Uni-Leitung dann doch dafür entschieden, den Kita-Neubau am Schwanhof als konventionellen Bau errichten zu lassen. Der für die Fertigstellung des Neubaus angestrebte Termin habe sich aber auch so nicht halten lassen.

Den Eltern liegt bisher kein offizielles Schreiben der Universität über die Verschiebung des Umzugs an den Schwanhof vor. Sie haben davon nur auf inoffiziellem Weg gehört. „Je länger sich der Umzug an den Schwanhof nach hinten verschiebt, desto schlechter ist das für die Kinder und die Erzieher“, kommentiert Elternvertreter Martin Gottschalt, stellvertretender Vorsitzender der Interessengemeinschaft Kindertagesstätte Deutschhausstraße. „Die Kinder und die Erzieher leiden unter der aktuellen Situation ganz massiv“, betonte Gottschalt auf Anfrage der OP. Der Geräuschpegel auf der direkt an die Uni-Kita angrenzenden Großbaustelle für die neue Uni-Bibliothek sei enorm. „Das stellt eine Belastung für die Kinder dar“, räumte Krause ein. „Wir versuchen, in Abstimmung mit dem Hochschulbaumanagement daraufhin zu wirken, dass die an der UB-Baustelle beteiligten Baufirmen die lärmintensiven Bauarbeiten möglichst erst am Spätnachmittag beginnen.

Träger der Uni-Kita ist das Marburger Studentenwerk. „Die aktuelle Situation der Uni-Kita ist - bedingt durch die Baumaßnahmen rundherum - nicht zufriedenstellend“, sagte Franziska Busch, Pressesprecherin des Studentenwerks, auf Anfrage der OP. Aber mit der konkreten Perspektive auf den Umzug in den Neubau am Schwanhof im Frühjahr 2014 haben wir ein Ziel vor Augen, auf das wir uns sehr freuen. Bis dahin müssen wir mit der Situation leben so gut es geht“.

Elternvertreter: Das Problem ist hausgemacht

Dass der Boden in den Räumen der Kita vibriere, stelle besonders für die Kinder eine schwere Beeinträchtigung dar und mache beispielsweise einen geregelten Mittagsschlaf nicht leicht, sagte Elternvertreter Gottschalt. Auch die Eingwöhnung von Kindern, die neu in die Kindertagesstätte kommen, werde dadurch erschwert. Ein weiteres Problem gibt es nach wie vor dadurch, dass die Kinder mögliche Spielgelegenheiten im Freien im Botanischen Garten in diesem Sommer nicht mehr erreichen können, weil durch die Baustelle der Zugang versperrt wird. Als Ausweichspielfläche werde nun der Innenhof der ehemaligen Kinderklinik angeboten. Und dazu müssten die Kinder dann immer die vielbefahrene Deutschhausstraße überqueren.

Die Eltern sind als Angestellte der Universität oder Studierende dringend auf den Betreuungsplätze für ihre Kinder in der Uni-Kita angewiesen. „Wenn wir problemlos wechseln könnten, dann würden das sicher einige machen“, beschreibt Gottschalt die aktuelle Stimmungslage in der Elternschaft. Enttäuscht zeigte sich der Elternvertreter vor allem davon, wie die Verantwortlichen der Universitäten in der Angelegenheit agieren. „Das Problem ist hausgemacht“, kritisiert Gottschalt. Schließlich wisse die Uni-Leitung nicht erst seit einem Jahr, dass direkt neben der Uni-Kita der Neubau errichtet werden solle. Man hätte viel früher mit den Planungen für einen Alternativstandort beginnen müssen, meint er. Dass sich die Uni-Verantwortlichen nicht besser eingesetzt hätten, sorge für eine schlechte Stimmung bei den Eltern. Gottschalt vermisst außerdem eine bessere Einbindung der Eltern in die Gesamtplanungen. Die Eltern hatten im vergangenen Jahr mit Protestaktionen im Uni-Senat und einer Demonstration an der Baustelle auf die Probleme aufmerksam gemacht. Mehrere Briefe der Eltern an die Uni-Leitung seien unbeantwortet geblieben. Auf die Bitte um die Mitwirkung an den Planungen sei zudem nur kurz nach den Protesten eingegangen worden. „Zunächst wurden wir zu einigen Sitzungen kurzfristig eingeladen. Jetzt werden wir gar nicht mehr eingeladen“, berichtet Gottschalt. Ob die Eltern in diesem Jahr weitere Protestaktionen planen, das steht noch nicht fest.

von Manfred Hitzeroth

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