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Uni-Institut unterstützt Gründer

Mafex Uni-Institut unterstützt Gründer

Kurz vor Weihnachten gab es in der Alten Aula eine Gründungsfeier für ein Uni-Institut, das es in Vereinsform vorher schon seit dem Jahr 1998 gab.

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Die Professoren Paul Alpar (kleines Foto links) und Michael Stephan (kleines Bild rechts) sind Direktoren des Uni-Institutes Mafex. Die Gründungsfeier des Institutes fand in der Alten Aula statt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft heraus erhalten künftig in Marburg eine noch intensivere Unterstützung als bisher. Die Universität Marburg feierte am Dienstag die Gründung des „Marburger Instituts für Innovationsforschung und Existenzgründungsförderung“ (Mafex).

„Mafex hat in anderer Form schon lange existiert“, machte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause deutlich. Von nun an verfüge die Universität über das neugegründete Institut am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften auch über ­eine gut eingeführte Gründungsberatung in Verbindung mit ­Innovationsforschung. Mit ein wenig Stolz erinnerte die ­Präsidentin daran, dass die Universität in den von Nobelpreisträger Emil von Behring vor mehr als 100 Jahren gegründeten Behringwerken wohl auch um ­eines der weltweit ersten aus einer ­Hochschule gegründeten Start-Up-Unternehmen verfügt habe.

Praxisorientierte Innovationsforschung ermöglichen

„Ich freue mich sehr, das Mafex als offizielles Institut der Philipps-Universität Marburg zu eröffnen“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) anlässlich der Gründung. „Der Fokus liegt nun stärker denn je ­darauf, Unternehmensgründungen aus der Hochschule heraus zu fördern und praxisorientierte Innovationsforschung möglich zu machen“, so der Minister. Beides seien Schlüsselthemen, wenn es darum geht, die Innovationsfähigkeit unseres Landes auch in Zukunft zu erhalten und auszubauen.

Mafex fördert einerseits die Gründung von Start-Up-Unternehmen, die sich mit innovativen Ideen aus der Philipps-Universität heraus selbstständig machen. Zu den Angeboten des Instituts gehören Intensiv-Workshops zum Thema Geschäftsplanung mit Gründerteams, ein Gründungsseminar für Promovierende und Post-Doktoranden sowie eine Vortragsreihe mit erfolgreichen Gründern und Finanzierungsexperten.

Darüber hinaus ist Mafex auch in der Innovationsforschung und -beratung aktiv. Dabei geht es auch darum, bereits existierenden Unternehmen zu helfen, in ihren Firmen Innovationen - also neue Erfindungen oder Entwicklungen - aufzugreifen.

Unterstützt wird das Institut finanziell auch von der Stadt Marburg und dem Kreis Marburg-Biedenkopf. „Der Wissenstransfer aus der Universität in die Unternehmen und in die Stadt spielt in Marburg eine wichtige Rolle“, betonte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Unterstützenswert sei das Institut für die Gründerberatung auch, weil die Ideengeber von heute die Unternehmer von morgen seien.

Erfolgreich in Sachen Lasertechnik

Einer von ihnen ist Dr. Joachim Sacher. Der ehemalige Physik-Doktorand der Marburger Universität hat mittlerweile ein weltweit erfolgreiches Unternehmen in Sachen Lasertechnik aufgebaut. Seine Gründerkarriere begann er allerdings schon zu Beginn der 90er-Jahre, also einige Jahre vor dem Start des zunächst von einer Stiftung getragenen „Mafex“-Vereins im Jahr 1998.

Rückblickend gesehen hätte ihm Unterstützung durch Mafex vielleicht dazu verholfen, zwei Jahre bei der Unternehmensgründung einzusparen, berichtete Sacher.

Denn nach ersten Anfragen aus der Industrie für die von ihm an der Uni entwickelte Idee habe er es zunächst nicht leicht gehabt, sein Unternehmen zu gründen. Unter anderem habe er sich sogar im Fach Betriebswirtschaftslehre an der Uni eingeschrieben, um Grundlagen in Sachen Buchhaltung zu erlernen.

Potenziellen Gründern schrieb Festredner Albrecht Deißner von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ins Stammbuch, sie sollten Netzwerke bilden.Vor allem der Wille und die Lust, sich den Risiken der Zukunft zu stellen, seien für Ausgründer aus der Universität in der Gegenwart unabdingbare Voraussetzungen.

Im Kreuzgang der Alten Aula stellten einige der aktuell von Mafex beratenen Gründer persönlich ihre Firmen-Ideen vor: Die Palette der Produkte reichte von einem alkoholhaltigem Ingwer-Erfrischungsgetränk über Bartöl bis zu Herren-Armbanduhren.

von Manfred Hitzeroth

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