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Ungleiche Städte mit gleichen Zielen

Städtepartnerschaft Ungleiche Städte mit gleichen Zielen

Eine Delegation aus Marburg hat die tunesische Metropole besucht, um die Sfaxer bei der Verbesserung des Klimaschutzes zu unterstützen.

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Thomas Gebauer (von links), Jürgen Rausch, Marion Kühn, Dr. Franz Kahle, Wiebke Lotz und Sana Chakroun stellten das Klimaschutzprojekt vor.Foto: Benjamin Kaiser

Marburg. Egal ob in Deutschland oder Tunesien: Im 21. Jahrhundert steht der Klimaschutz auf der Tagesordnung von fast jeder Nation. Dieser globalen Aufgabe widmen sich auch Marburg und die tunesische Partnerstadt Sfax.

Wie Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) gestern ausführte, nimmt Sfax eine besondere Rolle unter den Partnerstädten der Universitätsstadt ein: „Die 1971 geschlossene Städtepartnerschaft war die erste deutsch-afrikanische Partnerschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Sfax sticht heraus, weil es mit rund 270000 Einwohnern die größte und die einzige afrikanische Partnerstadt Marburgs ist.“

Um die Sfaxer bei der Verbesserung des Klimaschutzes zu unterstützen, besuchte im Juni eine Marburger Delegation, bestehend aus drei städtischen Mitarbeitern, die tunesische Stadt. Gemeinsam mit Offiziellen wurde ein Handlungsprogramm für die tunesische Metropole entworfen, das Verbesserungen in den Bereichen Verkehr, Begrünung, erneuerbare Energien und Sensibilisierung für Bürgerbeteiligung vorsieht.

Im Oktober und November finden in Tunesien Parlaments- beziehungsweise Präsidentschaftswahlen statt. Sfax gilt als eine Stadt im politischen Aufbruch.

Doch das Ende der Diktatur hat keineswegs alle Probleme gelöst. Energieversorgung und Überschwemmungen beeinträchtigen immer noch das alltägliche Leben vieler Einwohner. Da in Sfax 80 Prozent der Tage sonnig sind, sind die Voraussetzungen für Solarstrom exzellent. Dementsprechend wird geplant, den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen zu optimieren. Des Weiteren ist die Stadt von Starkregenereignissen betroffen.

Die Marburger Delegation führte Gespräche zur Bauplanung von Überschwemmungsflächen und will Sfax auch weiterhin mit Rat bei solch sinnvollen Großprojekten beistehen.

Auf Bitte von Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner besuchte der Marburger Künstler Thomas Gebauer im Januar 2012 zum ersten Mal die zweitgrößte tunesische Stadt, um an einer Kunstausstellung anlässlich des Jahrestages der Revolution in Tunesien mitzuarbeiten. Seitdem hat der Marburger Sfax vier weitere Besuche abgestattet, die größtenteils von der Universitätsstadt finanziert wurden.

Bei seinem letzten Aufenthalt schuf Gebauer eine Installation aus Plastikmüll und Schrott - ein Fingerzeig auf den Umweltschutz. „Ich hoffe, dass solche Arbeiten nicht nur den künstlerisch-kulturellen Austausch fördern können, sondern auch zur Bewusstseinsbildung der Sfaxer auf dem Gebiet Umwelt- und Klimaschutz beitragen“, erklärte Gebauer.

von Benjamin Kaiser

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