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Partikeltherapie Und das Land schweigt und schweigt

Gibt es eine Alternative zur Rhön-AG als Betreiber der Partikeltherapieanlage auf den Lahnbergen? Zumindest gibt es einen Interessenten.

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Das ungenutzte Gebäude des Partikeltherapiezentrums auf den Lahnbergen

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine Sprecherin der Paracelsus-Kliniken bestätigte OP-Informationen, dass der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Dr. Manfred Georg Krukemeyer, mit Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel über den Betrieb einer Protonenanlage in Marburg gesprochen hat. Die Paracelsusgruppe kann sich vorstellen, als Betreiber aufzutreten. „Als Vertreter der Paracelsus-Kliniken hat Dr. Krukemeyer mit Herrn Vaupel Möglichkeiten besprochen, die einen eventuellen Weiterbetrieb der Protonenanlage in Marburg - gegebenenfalls mit der Paracelsusgruppe als Betreiber - betreffen.“

Frist geht noch bis Ende April

Offenbar haben die Paracelsus-Kliniken ernsthaftes Interesse, denn „in naher Zukunft wird es hier mit verschiedenen anderen Funktionsträgern weitere Gespräche geben“, sagte Simone Hoffmann, die Direktorin für Unternehmenskommunikation und Marketing der Paracelsus-Kliniken.

Vor mehr als einer Woche bereits hat Vaupel, so berichtet der Oberbürgermeister auf Nachfrage der OP, das Hessische Wissenschaftsministerium von dem Interesse der Paracelsus-Kliniken berichtet. Im Hause von Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) war am Freitag dennoch niemand in der Lage, zu den Informationen Stellung zu nehmen. Sprecher Marc Kohlbecher verwies lediglich darauf, dass die Rhön-Klinikum AG bis Ende April Zeit hat, die Partikeltherapieanlage auf den Lahnbergen in Betrieb zu nehmen. „Die Diskussion um das Partikeltherapiezentrum wird in der Landespolitik nicht mit der Vehemenz geführt, mit der sie geführt werden müsste“, kommentierte der Oberbürgermeister. Er hält es für „höchst verwunderlich“, wie das Land mit der Partikeltherapie umgeht.

 Weiß (UKGM): Paracelsus ist keine Option

UKGM-Vorstandsmitglied Dr. Gunther Weiß bestätigte am Freitagabend der OP, man habe Vertreter von Paracelsus durch das Gebäude auf den Lahnbergen geführt. Es gebe aber keine Gespräche mit der Osnabrücker Klinikskette über den Betrieb einer Protonenanlage - „weder von Rhön noch von Siemens“. Paracelsus als Betreiber der Partikeltherapieanlage sei „keine Option“.

Derzeit rede man mit dem Heidelberger Ionentherapiezentrum (HIT) über eine Forschungskooperation. Die Nachfrist 30. April sei für ihn kein „Ultimatum“, ergänzte Weiß. Bis dahin müsse man dem Land aber zeigen, wie weit man ist. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck und sind auf einem sehr guten Weg“, fügte er hinzu.

Vaupel kündigte an, auch den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) von seinem Gespräch mit Dr. Krukemeyer zu unterrichten. Die Grünen hatten in Oppositionszeiten die Inbetriebnahme des Partikeltherapiezentrums zu ihrer Sache gemacht.

Der Oberbürgermeister wiederum sieht sich als „Vermittler“ in dieser Angelegenheit. Er hält den Betrieb der Partikeltherapieanlage für einen Schlüssel für die Entwicklung des Universitätsklinikums.

Die Protonentherapie ist ein Verfahren zur Behandlung von Tumoren, die besonders schwer erreichbar und mit dieser Therapie punktgenau zu bestrahlen sind. Viele Fachleute halten die Protonentherapie für die Zukunft in der Krebsbehandlung, die die herkömmliche Strahlentherapie ablösen könnte.

von Till Conrad

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