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Unbestritten der Kandidat für die CDU

Christdemokraten nominieren Heck Unbestritten der Kandidat für die CDU

146 von 148 Delegierten entschieden sich am Freitagabend für Dr. Stefan Heck als ihren Wahlkreis-Kandidaten für das Direktmandat für den 2017 zu wählenden Bundestag

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Dr. Stefan Heck legte beim CDU-Kreisparteitag zur Nominierung des CDU-Direktkandidaten für den Landkreis Marburg-Biedenkopf seine Vorstellungen deutlich dar.

Quelle: Götz Schaub

Schönstadt. „Warum wieder Heck?“, fragte der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf die 148 von 166 möglichen Delegierten zu Beginn des Kreisparteitages in Schönstadt.

Ja warum also? Schäfer lieferte prompt die Antwort: „Er hat bewiesen, dass er der richtige Abgeordnete im Bundestag ist.“ Er habe sich seit seinem Einzug in den Bundestag 2013 einen „extrem guten Ruf in seinen politischen Feldern, die er zu betreuen hat, erarbeitet“. Er genieße Anerkennung, die über die Parteigrenzen hinausgehen. Und das, obwohl er „kein bequemer Abgeordneter ist“, so Schäfer. Will heißen, Heck ist kein Abnicker, sondern ein Abgeordneter mit ganz bestimmten und verlässlichen Werten, die er auch innerhalb der eigenen Fraktion vertritt. Schäfer nannte dies eine „klare konservative Position“. Und wie die aussieht, machte Dr. Stefan Heck in seiner Bewerbungsrede deutlich. Er ist kein Mann der einsamen ich-bezogenen Entscheidungen. „Ich habe mich bei allen anstehenden Entscheidungen immer gefragt, ob ich meine Entscheidung auch in meinem heimischen Wahlkreis vertreten kann.“ Generell gehe es ihm dabei darum, mit seinen Entscheidungen in Berlin auch dazu beizutragen, dass der hiesige ländliche Raum zukunftsfest gemacht wird, dass hier die Menschen auch 2050 noch gerne leben und wohnen. Dazu gehöre neben der Bereitstellung moderner Kommunikationstechnik auch der Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. Der IC-Haltepunkt für Stadtallendorf beispielsweise sei ein großer Erfolg, für den er mit gekämpft habe, sagte Heck. Und dann kam er auf die Bedeutung der Straßen zu sprechen und sendete eine klare Botschaft an seinen SPD-Konkurrenten um das Direktmandat, Sören Bartol. „Mich ärgert noch immer, dass die SPD bei der A 49 so auf der Bremse stand. Solange Bartol der einzige heimische Abgeordnete in Berlin war, hat er sich nicht darum gekümmert. Und ich sage, wer seine Heimat in Berlin so vernachlässigt wie dieser Kollege, der hat im Bundestag nichts verloren.“

Dann ging Heck auch auf die Themen ein, die Auswirkungen auf ganz Deutschland haben. „Wir als CDU müssen klare Kante zeigen, was wir wollen und was nicht. Wir müssen uns abgrenzen gegen rechts, aber auch gegen Multi-Kulti-Fantasien wie sie die Grünen und Linken haben.“

Die Situation der Menschen in der syrischen Stadt Aleppo dürfe nicht in einen Topf mit der Flüchtlingsdiskussion vermengt werden. „Ich möchte keinesfalls in einem Staat leben, der diesen Menschen in Aleppo die kalte Schulter zeigt.“ Wirtschaftsflüchtlingen erteilte er aber eine klare Absage. „Auch wenn es menschlich nachzuvollziehen ist, leitet sich daraus kein Anspruch auf Asyl ab. Deshalb ist es wichtig, dass diesen Menschen schnell gesagt wird, dass sie nicht bleiben können.“ Solche Entscheidungen sollten nach Möglichkeit auch direkt an der Grenze fallen. „Beim Abschieben müssen wir schneller und effizienter werden.“

Und die, die aus anderen Gründen bleiben dürfen, müssen sich integrieren. Nicht irgendwie, sondern nach einer deutlichen Vorgabe: „Hier gelten unsere Regeln. Es sind nicht wir, die sich ändern müssen, sondern die, die zu uns kommen.“ Tradition und Prägung dürfe nicht Opfer des Zuzugs werden.

„Der Islam gehört zu Deutschland. - Dieser Satz wird nicht richtig dadurch, dass er von einem Vertreter hohen Ranges ausgesprochen wurde“, machte Heck deutlich und legte nach: „Der Islam gehört nicht zu unserer Identität.“ Die derzeitigen Entwicklungen in der Türkei können zudem nur zu einem Ergebnis führen: „Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zur EU sind abzubrechen.“

Innenpolitisch wurde Heck auch konkret. „Wir haben in der Mitte Europas 70 Jahre in Frieden gelebt. Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut wie heute. Deshalb müssen wir als CDU unsere Leistungen positiv und selbstbewusst nach außen tragen.“ Damit der Lebensstandard so bleibe, müsse bei der Bundestagswahl das Ziel erreicht werden, stärkste Kraft zu bleiben, ohne die keine Regierung möglich ist. „Eine rot-rot-grüne Regierung will ich mir jedenfalls erst gar nicht vorstellen mit einer Finanzministerin Sahra Wagenknecht, einem Verkehrsminister Anton Hofreiter und das alles unter der Leitung von Sigmar Gabriel.“ Für seine Rede erhielt Heck lang anhaltenden Applaus, entsprechend fiel anschließend die Wahl eindeutig für ihn aus, nur zwei von 148 stimmten gegen ihn.

von Götz Schaub

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