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Unbekannte zerstören Verkehrs-"Denk Mal"

Wilhelmsplatz-Installation Unbekannte zerstören Verkehrs-"Denk Mal"

Mit einer Installation am Wilhelmsplatz hat Hans-Horst Althaus einige Wochen lang gegen „das Goldene Kalb der deutschen Staatsreligion“ demonstriert. Unbekannte zerstörten die Installation.

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Das „Kunstwerk“ von Hans-Horst Althaus wurde in der Nacht zum Mittwoch mutwillig zerstört.  Es hatte seit Anfang Juli am Wilhelmsplatz gestanden

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Polizeisprecher Martin Ahlich bestätigte auf Anfrage der OP, dass Althaus Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt habe.

Die Installation zeigte einen vergoldeten VW-Käfer im Original-Maßstab 1:4, der auf einer Säule angebracht war. „Denk-Mal - Das goldene Kalb der deutschen Staatsreligion“ war auf dem Schild zu lesen - eine klare Anspielung auf jenes Götzenbild, das die Israeliten beim Auszug aus Ägypten laut Altem Testament anbeteten, während Moses auf dem Berg Sinai die 10 Gebote empfing.

Althaus sieht sich als "Verkehrsethiker"

Für Althaus ist „das Goldene Kalb“ der Moderne der motorisierte Automobilverkehr. Der beherrscht, so schrieb der pensionierte Pfarrer Althaus unlängst an einen Kollegen, „in unübersehbarer Weise die Gesamtsituation“, aus den sehr unterschiedlichen Voraussetzungen für die Mobilität im Öffentlichen Raum entstünden viele Gefahren und zum Teil entsetzliche Folgen.

Althaus, der sich als „Verkehrsethiker“ sieht, erinnert beispielsweise daran, dass jeder verbrannte Liter Benzin 10000 Liter saubere Luft verbraucht. Er erinnert daran, dass die deutschen Autoexporte nach China in den dortigen Großstädten „das Fahrrad von der Straße vertreiben“ und die Luftverschmutzung noch stärker machen. Und er erinnert an den Abgas-Skandal und sagt: „VW hat vorsätzlich Verbrechen begangen - der Konzern muss zerschlagen werden.“

Althaus will die zerstörte Installation zunächst erstmal am Wilhelmsplatz liegen lassen - „vielleicht bringt sie auch in diesem Zustand Menschen zum Nachdenken.“

von Till Conrad

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