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Ärzte ohne Schilder

Verkehr Ärzte ohne Schilder

Eine Woche nach dem Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes gibt es in Marburg keine Straßenschilder, die auf den neuen Lahnberge-Standort hinweisen.

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Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist nun am UKGM.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es gibt laut Stadtverwaltung zwei Standort-­Varianten für die Beschilderung. Eine sieht offenbar die Fortsetzung des bisherigen Leitsystems vor, was Schilder an mehreren Haupteinfahrschneisen in die Stadt einbezieht. Die andere Variante sieht weniger Tafeln als bisher vor, die in Richtung Universitätsklinikum weisen, sie sollen wohl vor allem rund um die Stadtautobahn platziert werden. Ein Schild kostet etwa 1700 Euro - und auch weil unklar ist, wer die auf zwischen 7000 und 20000 Euro geschätzten Gesamtkosten übernimmt, gibt es derzeit keinen Hinweis auf die Existenz des ÄBD in der Stadt.

Die Kassenärztliche Vereinigung will die Kosten nicht tragen, die Kommune verweist bei außerörtlichen Schildern auf Hessen Mobil, bei innerörtlichen Schildern verweist Hessen Mobil auf die Kommune. Dr. Barbara Froehlich, ÄBD-Obfrau ist „völlig unklar“ wie ein seit Monaten bekannter Umzug in einem „Zuständigkeitswirrwarr stillstehen“ könne. „Die Bevölkerung, die Steuerzahler müssen wissen, wo wir sind, und denen ist es sicher herzlich egal, wer die bezahlt. Wir Ärzte brauchen die Schilder ja nicht für uns“, sagt sie.

Meiß: Verzug gefährdet Funktionalität

Vor allem müssten zügig Tafeln an den Einfahrten zum Lahnberge-Klinikum aufgestellt werden, damit Hilfesuchende zum Osteingang finden. „Gerade jetzt in der Anfangsphase ist es wichtig, die Patienten klar sichtbar zu uns zu leiten. Nicht jeder, der unsere Dienste braucht, ist ortskundig“, sagt Dr. Helmut Meiß, ÄBD-Obmann. Derzeit wirke es aufgrund der deaktivierten Schilder so, als ob es den ÄBD in Marburg gar nicht mehr gebe.

Es liege aber außer eben dieser abgeschlossenen Deaktivierung der alten Hinweisschilder keine Anordnung der Stadt vor, neue Schilder aufzustellen, daher seien auch etwaige Standorte sowie die Zahl neuer Hinweisschilder unklar, heißt es von Hessen Mobil auf OP-Anfrage. Die Kosten für neue Tafeln entfallen laut Pressesprecherin Sonja Lecher auf die jeweiligen Baulastträger - entlang der Stadtautobahn ist das Hessen Mobil, im Stadtgebiet die Kommune, auf Kreisstraßen der Landkreis. Beim ÄBD-Umzug von Cappel nach Wehrda zahlte die Stadt, heißt es von Ärzten.

Meiß fürchtet jedenfalls eine weitere wochenlange Verzögerung. „Der Verzug ist jetzt schon mehr als ärgerlich, irgendwann wird die ganze Funktionalität in Frage gestellt.“ Die Beschilderung müsse „im Interesse der Patienten selbstverständlich geändert werden“, heißt es von der Stadtverwaltung auf OP-Anfrage. Gleichzeitig verweist sie aber auf „unter Umständen lange Abstimmungsprozesse“ und eine seitens des ÄBD noch nicht getroffene Variantenentscheidung. Froehlich und Meiß entgegnen: Man habe bereits signalisiert, dass selbst die Variante der Minimalbeschilderung besser sei als gar keine.

von Björn Wisker

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Notdienstzentrale
Vier provisorische Hinweisschilder werden installiert. Foto: Thorsten Richter

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) springt dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) zur Seite und übernimmt nach OP-Informationen die Kosten von bis zu 2 000 Euro für eine Hinweis-Beschilderung in Marburg.

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