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Umweltzone belebt Debatte um B-3-Tempolimit

Luftreinhalteplan Umweltzone belebt Debatte um B-3-Tempolimit

Marburg wird ab dem 
1. April zu einer Umweltzone. Ganz Marburg? Nein, die Stadtautobahn bleibt von der Regelung ausgenommen.

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Die Universitätsstadt wird ab 1. April zur Umweltzone erklärt. Davon ausgenommen bleiben wird 
jedoch die Stadtautobahn.

Quelle: Archiv

Marburg. Das geht aus dem Luftreinhalteplan für Marburg hervor, der am Montag im Staatsanzeiger veröffentlicht werden soll und damit Gesetzeskraft erlangt.

Die Umweltzone beinhaltet die gesamte Innenstadt sowie die Stadtteile Wehrda und Marbach. Für Fahrzeuge, die nicht die höchste EU-Abgasnorm erfüllen, ist die Zufahrt nach Marburg verboten. Allerdings gibt es jede Menge 
 Ausnahmen: Feuerwehr, Rettungsdienste und Busse dürfen die Umweltzone auch dann befahren, wenn sie nicht die höchste Abgasnorm erfüllen.

Wichtigste Ausnahme ist aber, dass die B 3, die sogenannte 
Stadtautobahn keine Umweltzone ist, obwohl sie mitten durch Marburg führt. Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas 
Spies (SPD) fordert deswegen von der Landesregierung, das Ziel von Umweltzonen – die 
Reduzierung von Stickoxiden – im Falle Stadtautobahn auf anderem Wege zu erreichen: durch die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer.

Unterstützt wird Spies dabei unter anderem von der Bürgerinitiative Stadtautobahn, die sich 
seit Jahren für eine Reduzierung des Tempolimits auf der B 3 eintritt. In einer Stellungnahme zum Entwurf des Luftreinhalteplans weisen die lokalen Agendagruppen darauf hin, dass eine Umweltzone nur dann effektiv im Sinne der Reduzierung von Stickoxiden sein werde, wenn „große Emittenten wie der Verkehr auf der B 3 darin Berücksichtigung finden“.

BI fordert 60 km/h für Lkw

Einen neuerlichen Antrag der 
BI für die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h für Pkw und 60 Km/h für Lkw wies das Verkehrsministerium aber erst jüngst zurück. 
 Begründung von Minister Tarek Al-Wazir (Grüne): die Reduzierung bringe keine ausreichende Entlastung bei der Lärmemission. Das Verkehrsministerium verwies auf Möglichkeiten, Anlieger bei der Errichtung von Lärmschutzvorrichtungen finanziell zu unterstützen.

Die BI fordert nun eine Tempo-
Verringerung von 100 auf 70 km/h für Autos und 60 km/h für Lkw. Das würde die Lärmbelastung ausreichend, nämlich um rund drei Dezibel senken, heißt es von den Aktivisten – und zudem den Ausstoß von Stickoxiden reduzieren.

Immerhin heißt es im Luftreinhalteplan, dass der Verkehr mit bis zu 74 Prozent der Hauptver­ursacher der Schadstoffbelastung in der Stadt sei. „Zur gesetzeskonformen Umsetzung des Luftreinhalteplans sind daher vor allem Maßnahmen im Verkehrsbereich festzulegen“, heißt es in der Analyse des Landes.

Ob ein schärferes Tempolimit allerdings zu weniger Stickoxid-Ausstoß führen würde, ist keineswegs sicher. Im Luftreinhalteplan für Marburg, der die Grundlage für die Umweltzone bildet, wird dies verneint.
Stattdessen verweisen die Autoren auf die Bedeutung des innerstädtischen Verkehrs. Für die Grenzwertüberschreitung sei vor allem der Verkehr in der Innenstadt zuständig.

von Till Conrad
 und Björn Wisker

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