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Uhu "Philipp" kommt nach Schönbach

Neues von den Uhus Uhu "Philipp" kommt nach Schönbach

Ist die Uhu-Familie von der Elisabethkirche bald wieder komplett? Der Vater galt als verschollen. Jetzt ist er möglicherweise wieder aufgetaucht.

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Ist er der Vater der beiden Elisabethkirchen-Jung-Uhus?

Quelle: Dominik Fischer

Marburg. Marburgs Vogelschutzbeauftragter Professor Martin Kraft weiß es auch erst seit Kurzem: Am 10. Juni ist in der Nähe des Marburger Hauptbahnhofes ein männlicher Uhu aufgefunden worden. Der Vogel war am Auge verletzt und deutlich geschwächt. „Wahrscheinlich ist er bei der Jagd nach einem Beutetier mit einem Auto kollidiert“, vermutet Kraft. Dr. Moira Behn, Biologin am Marburger Uniklinikum, kümmert sich in Kirchhain-Schönbach für den Naturschutzbund Deutschland (Nabu) um verletzte Vögel. Sie ließ laut Kraft den Uhu in die Universitätsklinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische („Vogelklinik“) nach Gießen bringen. Dort wird der Uhu in Kooperation mit der Abteilung Ophthalmologie der Klinik für Kleintiere behandelt. „Er hat auf dem linken Auge eine großflächige Hornhautverletzung, die nach mikrochirurgischer Abtragung der Wundränder des Hornhautepithels aktuell mit verschiedenen Augentropfen 15-mal täglich weiter behandelt wird“, sagt Tierarzt Dominik Fischer. „Die Heilungstendenz ist bisher gut.“ Die Therapie wird finanziert durch den Verein zur Förderung der Vogelmedizin, Frankfurter Straße 91, 35392 Gießen.

Training für ein Leben in freier Wildbahn

Für Marburgs Vogelschutzbeauftragten ist dieser männliche Uhu „zu 95 Prozent der Vater der beiden Jung-Uhus“, die Anfang Mai geschlüpft sind. Jetzt steht auch fest: Das vor zehn Tagen am Fuße der Elisabethkirche aufgefundene wahrscheinlich jüngere der beiden Uhu-Kinder ist ein Männchen -moderne DNA-Tests im Labor des Gießener Veterinärmediziner Professor Gerald Reiner haben das bewiesen. Der kleine Uhu hat auch schon einen Namen. Er heißt „Philipp“. Und sollte sein wahrscheinlich älteres Geschwister, das mit der Mutter noch auf der Elisabethkirche haust, ein Weibchen sein, dann werde es laut Kraft „Elisabeth“ heißen. Geplant sei, so Kraft, „Philipp“ am Wochenende nach Schönbach zu bringen. Bei Moira Behn werden dann auch keine Eintagsküken mehr auf seinem Speiseplan stehen wie derzeit in Oberweidbach. Diese Küken sind „Abfallprodukte“ der Massentierhaltung, werden von Hühnerzüchtern aussortiert, getötet und dann tiefgefroren. In Moira Behns Voliere wird „Philipp“ trainiert werden für das Leben in der freien Wildbahn. Er muss lernen, lebende Tiere zu schlagen - zum Beispiel Ratten, Mäuse und Tauben. Ende August kommt dann der große Moment, sagt Kraft: Dann soll „Philipp“ am Marburger Schloss in die Freiheit entlassen werden. Möglicherweise hat er vorher schon seinen Vater kennen gelernt, so er es denn wirklich ist, der ebenfalls nach Schönbach kommen soll. Diesen wollen die Experten allerdings am Spiegelslustturm auswildern. Zuvor sollen die Vögel noch beringt werden, damit ihre weitere Lebensgeschichte nachvollzogen werden kann.

Wichtig: Weiter nachts auf Futterflüge achten

Der wahrscheinlich ältere Jung-Uhu befand sich auch gestern Morgen „in einer geschützten, von unten nicht einsehbaren Nische auf dem Dach der Elisabethkirche“ heißt es auf marburger-vogelwelt.de. In den beiden Nächten davor seien keine Futterflüge beobachtet worden. Es sei möglich, dass diese in einer unbeobachteten Zeit stattfanden. „Trotzdem sollte weiterhin nachts auf Futterflüge geachtet werden“, mahnen die Vogelfreunde. Vielleicht halte die Uhu-Mutter ihr Junges auch nur knapp, damit es selbst auf Jagd gehe, sagt Axel Wellinghoff.

von Michael Arndt

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