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Neues Hostel Übernachten im Bahnhof

Die künftigen HostelBetreiber Stephan Sammy Garbeje und Ulrich Pfingst haben am Dienstag den Mietvertrag bei der Gewobau unterschrieben - Laufzeit fünf Jahre mit Option auf Verlängerung.

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Alexander Lucker zeigt den Ort, wo das Hostel entstehen soll. Sammy Garbeje (von links), Bernd Schulte und und Ulrich Pfingst beim Unterschreiben des Mietvertrages.Fotos: Richter, Arndt

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Marburger Stephan Sammy Garbeje betreibt seit anderthalb Jahren die 24 Stunden am Tag geöffnete Gaststätte „Fionas“ neben dem Hauptbahnhof. Ulrich Pfingst aus Haina ist Kaufmann im Großhandel.

Beide sind auf Tour gegangen durch Deutschland, um sich andere Hostels anzusehen und von deren Betreiber Tipps zu erhalten.

Darauf aufbauend haben sie ihr Konzept für Marburgs erstes Hostel entwickelt, das nicht nur Bernd Schulte, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH Marburg (Gewobau), überzeugt hat, sondern auch den Gewobau-Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Dieser zeigte sich bei der Unterzeichnung des Mietvertrags außerordentlich angetan vom Geschäftsmodell der beiden Bewerber und sagte: „Unsere Unterstützung für die Zukunft ist Ihnen sicher.“

Vorerst Platz für 28 Gäste

Zukunft heißt: Nach der baurechtlichen Genehmigung werden in den kommenden Wochen die Handwerker im ersten Stockwerk des Hauptbahnhof-Südflügels anrücken, um dort auf 173 Quadratmetern Fläche die Zimmer für vorerst 28 Gäste zu schaffen. Die Eröffnung des Hostels ist für Oktober vorgesehen.

Der Mietvertrag, den Garbeje und Pfingst am Dienstag bei der Gewobau unterschrieben haben, läuft über fünf Jahre, hat aber ein Optionsrecht auf eine Verlängerung für weitere fünf Jahre. Beide Betreiber haben sich zum Ziel gesetzt, das Hostel in den nächsten Jahren auf 50 Betten aufzustocken.

Dass dies möglich sein werde, hat ihnen Gewobau-Geschäftsführer Schulte bei der Vertragsunterzeichnung zugesichert. Denn es gibt ja noch Leerstand im Bahnhofsgebäude. Bei einem Ortstermin gestern nannte Alexander Lucker von der Wohnungsverwaltung der Gewobau unter anderem die noch freien Räume im Dachgeschoss, das sogenannte Loft.

Die zunächst 28 Betten des Hostels im Hauptbahnhof verteilen sich auf fünf Zimmer. Es gibt ein Acht-Bett-Zimmer sowie je zwei Sechs- und Vier-Bett-Zimmer. Eines der Vier-Bett-Zimmer solle mit Dusche und Toilette ausgestattet werden, um zum Beispiel Familien Platz zu bieten, sagen Garbeje und Pfingst. Ansonsten befinden sich die sanitären Anlagen außerhalb der Zimmer. Zudem werde es eine kleine Teeküche sowie ein Waschküche mit Waschmaschine und Trockner geben.

Übernachtung zwischen 15 und 25 Euro

Eine Übernachtung soll zwischen 15 und 25 Euro kosten. Innerhalb der Woche wollen Garbeje und Pfingst mit ihrem Angebot Handelsreisende und Monteure erreichen, aber auch Angehörige von Patienten der Uniklinik, die günstig in Marburg übernachten möchten. An Wochenenden setzen die Hostel-Betreiber auf Angehörige und Freunde von Studenten, insgesamt aber auch auf Touristen und die klassische Hostel-Klientel, die sogenannten Backpacker, also abenteuerlustige Rucksacktouristen.

Als Konkurrenz zur Jugendherberge verstehen Garbeje und Pfingst sich mit ihrem Angebot nicht. Diese spreche eine ganz andere Zielgruppe an als ein Hostel. Wie beide Betreiber betonen, legen sie Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Marburger Hotelerie, „da wir uns nicht als Konkurrent, sondern vielmehr als Alternative zu den etablierten Übernachtungsmöglichkeiten sehen“.

Für eine gute Vernetzung haben sich die beiden Unternehmer dem „Backpacker Network Germany“ angeschlossen. Da die Erfahrungen anderer Hostelbetreiber zeigten, dass sich der Werbeauftritt sowie die Buchung zu 85 Prozent online abspielen, werde der Internetauftritt die wichtigste Art der Werbung sein.

Durch das „Backpacker“-Netzwerk gelangen laut Garbeje und Pfingst auch „Marburg-Hostel-Flyer“ an die Rezeptionen in anderen Städten, wovon auch der Marburg-Tourismus profitieren könnte.

von Michael Arndt

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