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Überlastung kann zu Depression führen

Bürgervorlesung von UKGM und Fachbereich Medizin Überlastung kann zu Depression führen

"Ich kann nicht mehr! Burnout und Depression": Das ist das Thema der Bürgervorlesung, die Psychiatrie-Professor Tilo Kircher am Mittwoch, 30. März, ab 18 Uhr im Uni-Hörsaalgebäude hält.

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Eine Frau sitzt verzweifelt an ihrem Computerbildschirm in einem Büro: Das Burnout-Syndrom tritt auf bei Überlastung am Arbeitsplatz und kann zu Depression führen.

Quelle: Oliver Berg

Marburg. Der zweite Vortrag der neuen Bürgervorlesungs-Reihe des Uni-Klinikums und des Fachbereichs Medizin widmet sich zwei Begriffen, die in den vergangenen Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt haben. Der Marburger Psychiatrie-Professor Tilo Kircher will sich in seinem Vortrag vor allem dem Zusammenhang zwischen Burnout und Depression widmen. Kircher ist Leiter der Psychiatrie am Marburger Uni-Klinikum und Vorsitzender des Marburger Bündnisses gegen Depression, das sich vor allem der Prävention dieser Volkskrankheit widmet.

Im Schwerpunkt seines Vortrags steht einer der wichtigen Risikofaktoren, die zu Depressionserkrankungen führen können: Die Rede ist vom Burnout-Syndrom. Ursprünglich sei der Begriff „Burnout“ für Beschäftigte in der Altenpflege oder verwandten sozialen Berufen verwendet worden, erläutert Kircher im Gespräch mit der OP.

„Burnout“ bedeutet in diesem Fall, dass sie sich aufgrund der zu großen Anstrengungen in ihrem Beruf ausgebrannt und kraftlos fühlten. Eine Ursache dafür sei, dass sie sich zu sehr engagiert hätten und keine professionelle Abgrenzung von den zu betreuenden Menschen geschafft hätten.Vor allem in Deutschland habe sich die Diagnose „Burnout“ aber in den vergangenen Jahren deutlich auch auf viele andere Berufszweige ausgeweitet, erklärt Kircher.

Forschungsstand und praktische Tipps

 „Viele Menschen fühlen sich in ihrem Arbeitsleben überlastet“, sagt der Psychiatrie-Professor. Anstelle klarer Strukturen gebe es eine Zeit des Umbruchs, in der es viel mehr Anforderungen an die Arbeitnehmer gebe, Eigeninitiative und Kreativität zu entwickeln.

Diesen Anforderungen im Zeitalter der Digitalisierung seien aber nicht alle Menschen gewachsen. Burnout könne man zwar nicht als Krankheit bezeichnen, es stelle aber auf jeden Fall einen Risikofaktor für eine Depression dar.Wer sich schlapp und überarbeitet fühle, dem könne es schon helfen, einmal auszuspannen und einen Gang runterzuschalten, sagt Kircher. Es gebe aber auch die Gefahr, in die Depression hineinzurutschen, sagt er.

Bei seinem Vortrag im Uni-Hörsaalgebäude will der Marburger Wissenschaftler einerseits den aktuellen Stand der Forschung darstellen. Zudem will er aber auch einige ganz praktische Tipps geben, die dazu beitragen können, dass man Burnout vermeiden kann.

nDer Vortrag von Professor Tilo Kircher unter der Überschrift „Ich kann nicht mehr! Burnout und Depression“ findet am Mittwoch, 30. März, ab 18 Uhr im Hörsaal 00/0020 im Uni-Hörsaalgebäude, Biegenstraße 10, statt. Der Vortrag dauert eine Stunde, anschließend ist eine halbe Stunde Zeit für eine Diskussion.

von Manfred Hitzeroth

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