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"Überglücklich" zurück in die Schule

Der erste Tag "Überglücklich" zurück in die Schule

Aus den erholsamen Sommerferien rein in den stressigen Schulalltag: Der Unterricht für Hessens Schüler geht wieder los. Ob Aufregung oder Vorfreude, jeder empfindet die Rückkehr in die Schule anders.

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Schülerinnen der 6. Klasse der Gesamtschule Ebsdorfergrund tragen die Termine des neuen Schuljahres in den Schulplaner ein.

Landkreis. Nach sechs langen Ferienwochen sehen sich die Schüler der 2. Klasse der Grundschule Ebsdorfergrund endlich wieder. Sie umarmen sich, erzählen vom Ausflug in einen Freizeitpark und Urlaub am Strand.

Im großen Kreis zeigt schließlich jeder am „Stimmungsherz“, wie er sich am ersten Schultag fühlt. Die kleine Lisa, die in den Ferien Geburtstag hatte, darf anfangen. Sie stellt den Zeiger auf „überglücklich“ und „aufgeregt“. In den Ferien war sie mit ihrem Vater in Dänemark und hat dort den Legoland-Park besucht. „Wir waren im Geisterhaus“, erzählt Lisa. Richard stellt das „Stimmungsherz“ auch auf überglücklich. „Ich bin die schnellste Achterbahn Europas gefahren“, berichtet er stolz.

Anspannung ist recht groß

Doch ab jetzt fängt die Schule wieder an, da ist die Anspannung entsprechend groß: „Ich bin vor Aufregung um drei Uhr nachts aufgewacht“, schildert Yannik. Da ist es gut, dass sie auf das neue Jahr schon vorbereitet sind. „In den Ferien habe ich schon Matheaufgaben geübt“, sagt Jamei. Die Klasse freut sich auf das kommende Jahr. „Wir bekommen neue Ideen“, sagt Ronja. Nelson fügt hinzu: „Hoffentlich bekommen wir gute Noten.“

Auch für die Klasse 2a der Grundschule Kirchhain geht der Schulalltag wieder los. Die meisten Schüler haben sich auf den ersten Schultag sehr gefreut. Nicht nur das Wiedersehen mit ihren Freunden, sondern auch mit ihrer Klassenlehrerin Tanja Balzer konnten sie kaum erwarten, denn „mit ihr haben wir sehr viel Glück“, wie Lotte feststellt. Als die Schülerinnen und Schüler Frau Balzer sehen, umarmen sie sie.

Alles wird viel schwieriger

Minou hat sich besonders auf das Fach Mathe gefreut, Julian auf die Betreuung nach der Schule. „Da kann ich Waffen aus Lego bauen“, erzählt er. Im Übergang in die zweite Klasse hat sich für die Kleinen einiges verändert: Lotte hat sich noch nicht daran gewöhnt, auf ihre Hefte nun „2a“ zu schreiben. Auch ihre Mutter beschriftet sie stattdessen noch mit „1a“.

Und Lina merkt schon am ersten Tag, dass nun „alles viel schwieriger wird“. Die 7-Jährige konnte deswegen Sonntagabend nicht einschlafen, dann kam die Angst dazu, am ersten Tag müde zu sein, „was ich jetzt auch bin“, sagt sie traurig. Zum Glück ist das gar nicht so schlimm, denn ihren ersten Schultag verbringt die Klasse 2a damit, die kargen Fenster des Computerraums zu schmücken.

Zunächst über Schulregeln gesprochen

Dafür schneiden sie Seesterne, Muscheln und Kraken aus. Wesentlich formaler verlief der erste Schultag für die Klasse G 6a der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain. „Zuerst haben wir die Schulregeln besprochen, dann unseren neuen Stundenplan bekommen“, sagt Bernhard und fügt hinzu: „Der ist sehr voll.“ Danach steht für sie eine Doppelstunde Biologie an. Die ehemaligen Fünftklässler haben gestern mit einem anderen Gefühl den Schulhof betreten. „Wir sind größer, alles ist vertrauter“, berichtet Özge. „Man fühlt sich einfach sicherer“, fügt Jülide hinzu.

Einiges ist dennoch anders. Nicht nur, dass sie nach den Sommerferien einen neuen Klassenraum zugeteilt bekamen, im Laufe des 6. Schuljahres müssen sie sich auch entscheiden, welche Fremdsprache sie in der 7. Klasse belegen. Özge hat ihre Entscheidung längst getroffen. „Ich möchte später Anwältin werden, dafür brauche ich Latein.“ Bernhard, der bereits im 5. Schuljahr der Naturwissenschafts-AG angehört, hat sich für dieses Schuljahr wieder angemeldet. Er möchte Pyrotechniker werden.

Schüler wollen sich austauschen

An der Gesamtschule Ebsdorfergrund geht es etwas lockerer zu. „Die Schüler wollen sich nach den Ferien erst einmal austauschen“, erklärt Ralph Pelka, der stellvertretende Schulleiter. Auch Chiara aus der 6. Klassemuss sich erst einmal orientieren. „Ich habe zuerst gedacht, ich hätte den Schulanfang nur geträumt.“ Bekräftigt wird sie von Mo. Der hatte morgens keine Lust und schlief gleich wieder ein.

In ihrer Klasse gibt es nun auch einen neuen Schüler - Johannes war zwar aufgeregt, aber bisher fand er den ersten Schultag ganz okay. Da kann sich Anja Groschopp, Lehrerin der Klasse, nur anschließen: „Die meisten Lehrer sind auch aufgeregt, ein neuer Schüler ist sowieso immer spannend.“

Anja Groschopp ist unter den Schülern beliebt, selbst in den Ferien wurde sie vermisst: „Mir haben die Lehrer gefehlt, ganz besonders Frau Groschopp“, erzählt Sophia. Andere Schüler wie Chiara haben sogar Mitleid. „Ich glaube Frau Groschopp hat gedacht: Nicht schon wieder diese Rasselbande.“

von Selina Boucsein undJonathan Odin-Gebhardt

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