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Überfahrener Wolf stammt aus der Lausitz

Gentest abgeschlossen Überfahrener Wolf stammt aus der Lausitz

Jetzt herrscht endgültig Klarheit: Das Anfang Mai bei Bauerbach überfahrene Tier ist ein Wolf. Und er stammt aus der Lausitz.

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Dieser junge Wolf wurde Anfang Mai bei Bauerbach tot aufgefunden. Jetzt steht fest: Das Tier stammt aus der Lausitz.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Hessische Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch sagte am Wochenende in Gießen nach Abschluss der genetischen Untersuchung des Tieres, die Eltern seien nicht einwandfrei zu identifizieren gewesen. Klar sei aber aufgrund der Untersuchung des Erbguts, dass das Tier aus einem Rudel in der Lausitz stammt. Es wurde ein bis zwei Jahre alt, ehe es starb.

Der junge Rüde muss, so Jokisch, von der Lausitz aus nach Hessen eingewandert sein. Ob es sich bei dem bei Bauerbach gestorbenen Jungtier um das gleiche handelt, das ebenfalls im Frühjahr in Nordhessen in eine Fotofalle getappt war, lässt sich weder beweisen noch widerlegen: Von dem geknipsten Wolf gibt es keine Genspuren, sondern lediglich ein Foto.

Weite Wege sind für junge Rüden üblich

Susanne Jokisch ist die Wolfsbeauftragte der Hessischen Landesregierung und Biologin beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mit Sitz in Gießen. Sie hatte bereits wenige Tage nach dem Auffinden des toten Tieres im OP-Gespräch mitgeteilt, sie sei sicher, dass es sich um einen Wolf handle. Der Abschluss der gentechnischen Untersuchung durch das Gentechnische Labor für Wildtiere der Senckenberg-Gesellschaft in Gelnhausen lieferte demnach nur noch den formalen Beweis.

Laut Jokisch ist es durchaus üblich, dass sich ein junger Rüde von seinem Rudel trennt, wenn er sich nicht der Rangordnung im Rudel einfügen und dem Leittier unterordnen wolle. Dass die Tiere dann hunderte von Kilometern laufen, könne vorkommen.

Experten: Gesunde Wölfe stellen keine Gefahr dar

Bislang sind in Hessen keine Wolfspopulationen bekannt. Im vergangenen Jahr wurden aber zwei Wölfe auf Hessens Straßen überfahren.

Die Hauptnahrung des Wolfes in Deutschland ist das Reh, gefolgt von Rothirschen und Wildschweinen. Dies haben Untersuchungen des Senckenberg Museums für Naturkunde (Görlitz) an über 2000 in der Lausitz gesammelten Kotproben ergeben. Welche Tiere und wieviel der nun gestorbene Wolf von Bauerbach wo gerissen hat, ist nicht offiziell bekannt.

Experten versichern, dass gesunde Wölfe, die nicht provoziert oder angefüttert werden, für Menschen in der Regel keine Gefahr darstellen. In Deutschland hat es seit der Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 keine Situation gegeben, in der sich ein Wolf einem Menschen aggressiv genähert hat, teilte der Nabu mit.

Übergriffe gab es vereinzelt, wenn Wölfe zuvor angefüttert worden waren. Menschen sollten zudem auf der Hut sein, wenn sich Tiere allzu zutraulich nähern. Sie könnten an Tollwut erkrankt sein.

von Till Conrad

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