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Tuberkuloseforscher erhält hohe Auszeichnung

Behring-Medaille Tuberkuloseforscher erhält hohe Auszeichnung

Der britische Mikrobiologe Stewart T. Cole wurde gestern in der Alten Aula der Marburger Universität mit dem renommierten Emil-von-Behring-Preis ausgezeichnet.

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Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause sowie Jochen Reutter (Zweiter von rechts) und Professor Erhard Bremer (rechts) freuen sich mit Stewart T. Cole über dessen Auszeichnung mit der Emil-von-Behring-Medaille.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Emil-von-Behring-Medaille der Marburger Universität geht in diesem Jahr an den Mikrobiologen und Tuberkulose-Forscher Professor Stewart T. Cole (Global Health Institute Lausanne, Schweiz). Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause verlieh ihm gestern abend den Preis in einer Feierstunde am Ende eines Symposiums zum Thema Tuberkulose.

Cole erhält die Auszeichnung für seine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Tuberkuloseforschung. Durch seine Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung und praktischen medizinischen Anwendungen trage der Wissenschaftler maßgeblich zur weltweiten Bekämpfung von Infektionskrankheiten bei, erläuterte der Marburger Mikrobiologe Professor Erhard Bremer die Entscheidung der Jury. Damit habe sich Cole als würdiger Nachfolger von Emil von Behring, dem Namensgeber des Preises, erwiesen.

Stewart T. Cole hat mehrere Arbeiten zur Genomik von Tuberkulose-Erregern veröffentlicht, die für die weitere Forschung auf diesem Gebiet wegweisend waren. In Lausanne leitet er eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung und klinischen Erprobung von neuen Antibiotika beschäftigt. Angesichts von weltweit rund neun Millionen Infizierten und 1,5 Millionen Tuberkulose-Toten jährlich hat diese Aufgabe eine immense gesellschaftliche Bedeutung. so Bremer in seiner Laudatio.

Bereits mit 24 Jahren hatte der Brite promoviert. Nach seiner Postdoktoranden-Zeit an der Universiät in Tübingen von 1980 bis 1983 wechselte er an das renommierte Pasteur-Institut in Paris. Dort blieb er bis zum Jahr 2007 und übernahm dort schließlich auch die wissenschaftliche Leitung des Institutes. Unter anderem war er dort mitverantwortlich für die Entzifferung des Genoms eines Bakteriums, das zu den wichtigsten Tuberkulose-Erregern gezählt wird.

Die Emil-von-Behring-Medaille wird alle zwei Jahre von der Philipps-Universität vergeben. Ausgezeichnet werden besondere wissenschaftliche Leistungen auf medizinischen, veterinärmedizinischen und naturwissenschaftlichen Gebieten. Der Preis gehört zu den höchstdotierten deutschen Auszeichnungen für Medizin und ist mit einem Preisgeld von 20000 Euro verbunden, gestiftet vom Marburger Impfstoffhersteller No­vartis Vaccines.

Dass dieser Preis bereits zum 35. Mal verliehen werde, sei ein Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie, sagte Jochen Reutter, Geschäftsführer von Novartis Vaccines. Reutter betonte, dass er sich dafür einsetzen werde, dass diese Tradition auch unter neuer Führung fortgeführt werde. Gestern vormittag hatte Reutter dem Preisträger bereits das frühere Arbeitszimmer von Emil von Behring sowie die neuen Produk­tionsstätten des Impfstoffherstellers gezeigt.

Bevor es zur Auszeichnungs-Zeremonie kam, hatte es ein Symposium unter dem Titel „Der Kampf gegen Tuberkulose - 100 Jahre nach Emil von Behring“ gegeben. Dabei erläuterte beispielsweise Professorin Helga Rübsamen-Schaeff (AiCuris GmbH Wuppertal) neue Wege der Forschung bei der Entwicklung von Antibiotika.

Die gesellschaftliche Dimension der Tuberkulose-Krankheit erläuterte Professor August Stich (Tropenmedizinische Klinik Würzburg). Zwar gehe die Zahl der Tuberkulose-Toten weltweit zurück. Aber in Ländern wie Indien oder Südafrika fordert die Erkrankung immer noch eine Vielzahl von Todesopfern.

Besonders problematisch sei es, wenn Patienten gleichzeitig am HIV-Virus und an Tuberkulose erkrankten. Denn diese Krankheiten müssten mit Medikamenten behandelt werden, die teilweise gegenläufige Effekte hätten.

von Manfred Hitzeroth

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