Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Trotz großem Leid Hoffnung und Trost

Reformationsweg Trotz großem Leid Hoffnung und Trost

Der vierte Marburger 
Reformationsweg stand im Zeichen von „Bild 
und Bibel“.

Voriger Artikel
Linke wollen Wohnraum-Entzug stoppen
Nächster Artikel
Teufelsgraben-Gestaltung geht weiter

Die Teilnehmer des Reformationswegs zogen durch die Oberstadt und zum Gottesdienst in die Kirche.

Quelle: Elvira Rübeling

Marburg. Angelehnt an das Bilderverbot und ein historisches Ereignis im Jahr 1605, als Landgraf Ludwig IV. christliche Bildwerke in den hiesigen Kirchen von den Wänden reißen ließ, wie auch an die Aktualität des Themas im Zusammenhang mit der Zerstörung von Heiligtümern und Kunstwerken durch den sogenannten Islamischen Staat (IS), griff die Veranstaltung im Sinne von „Reformation und Bilder“ das Jahresthema der Lutherdekade auf.

Das Bilderverbot fußte auf dem Ersten Gebot: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Martin Luther, der mit der Reformation von Wittenberg aus ganz Europa veränderte, hatte die christlichen Bildwerke weder für gut noch für böse gehalten und plädierte dafür, die Bilder zu behalten.

Posaunenklänge an vier Stationen

Diese Einführung erhielten die zahlreichen Besucher zum Auftakt der Veranstaltung in der Lutherischen Pfarrkirche von Propst Helmut Wöllenstein. Danach begaben sich alle Marburger evangelische Gemeinden zusammen mit der katholischen Johanneskirchengemeinde und den verantwortlichen Geistlichen Ulrich Biskamp, Franz Langstein, Katja Simon und Helmut Wöllenstein auf einen Reformationsweg. Er begann in der Lutherischen Pfarrkirche und führte über die Kugelkirche und Universitätskirche bis zur Elisabethkirche.

An vier Stationen wurde in jeweils 20 Minuten mit der Musik der vereinten Marburger Posaunenchöre sowie der Organisten Uwe Maibaum und Nils Kuppe der inhaltlichen Entfaltung des Themas und Gebeten Raum gegeben.

Dazu stellten die Geistlichen in ihren jeweiligen Kirchen ein Kunstwerk vor, das ihnen in ihrer Zeit als Pfarrer wichtig geworden ist. Biskamp präsentierte in der Lutherischen Pfarrkirche eine kleine Holzfigur, die ihn auf seinem Schreibtisch bislang Tag für Tag begleitet hat. Diese Figur in ihrer Einfachheit zeige, „dass ich sein kann, wie ich bin“, so wie ich es auch vor Gott sein kann und ziehe für ihn deutungsoffen die Parallele zu Glauben und Kunst.

„Blumenkreuz“ strahlt Hoffnung und Erfüllung aus

Mit dem sinnbildlichen Übergeben der Bibel an Langstein ging es zur nächsten Station des Reformationsweges weiter. Langstein interpretierte in der Kugelkirche eine Abbildung der „Sixtinischen Madonna“, eines der berühmtesten Gemälde der italienischen Renaissance des Malers Raffael. Nach einem weiteren ge­meinsamen Gebet, der jeweils gastgebenden Geistlichen, wurde die Bibel an Simon weitergereicht.

Die drei gastgebenden Geistlichen sprachen in der Kirche ein ­gemeinsames Gebet. Foto: Rübeling

Quelle:

Am Marktplatz empfingen wie zuvor in der Pfarrkirche ein zweites Mal die vereinigten Marburger Posaunen die Teilnehmer des Reformationsweges, bevor es zur Universitätskirche ging. Nach Gebeten und gemeinsam gesungenen Liedern strahle die von ihr ausgewählte Abbildung eines „Blumenkreuzes“ Hoffnung und Erfüllung aus, betonte Simon.

Sie habe ganz bewusst das „Kreuz der Hoffnung“ eines Kasseler Künstlers gewählt, obgleich dieses auf den ersten Blick einen möglichen Widerspruch enthalte. Dieses Kreuz stehe trotz großem Leid für Hoffnung und Trost und gebe den Blick ins Paradies frei. Nach dem sinnbildlichen Überreichen der Bibel an Wöllenstein brachen die Besucher zur letzten Station in die Elisabethkirche auf.

von Elvira Rübeling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr