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Trotz Misserfolg positives Fazit der Bewerbung

Unesco-Weltkulturerbe Trotz Misserfolg positives Fazit der Bewerbung

Die Bewerbung von Marburg und Tübingen um einen Platz auf der deutschen Bewerbungsliste war nicht erfolgreich. Dennoch habe die Bewerbung einiges angestoßen, meint Oberbürgermeister Egon Vaupel.

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Das Schloss wird von der Uni verwaltet: Die enge Verbindung von Uni und Stadt war eines der Argumente Marburgs, um eine Bewerbung für das Weltkulturerbe zu begründen. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Kultusministerkonferenz hat in ihrer Sitzung am Donnerstag die Bewerbung von Marburg und Tübingen für das Unesco-Weltkulturerbe nicht für die Tentativliste (Vorschlagsliste) des Bundes nominiert. Von den insgesamt 31 Bewerbungen aus allen Bundesländern wurden lediglich neun Vorschläge für die Phase bis 2019 ausgewählt, darunter die Bewerbung Darmstadts mit der Künstlerkolonie Mathildenhöhe als einzigem hessischen Vorschlag. Marburg hatte sich unter dem Titel „Universität als kultureller Raum“ als Prototyp einer europäischen Universitätsstadt beworben, zusammen mit der „Zwillingsstadt“ Tübingen in Baden-Württemberg.

Ursprünglich sei eine deutlich umfangreichere Vorschlagsliste beabsichtigt worden, teilten Uni und Stadt am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Stadt Marburg und die Universität hatten den Vorschlag gemeinsam ausgearbeitet, und er war als einer von drei Ideen vom Land Hessen ausgewählt worden, um in die bundesweite Konkurrenz geschickt zu werden.

Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause nahm als Mit-Antragstellerin die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis. „Die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen“, sagte Krause im Gespräch mit der OP, denn sie habe mit der negativen Entscheidung schon gerechnet, weil es keinen Besuch einer Kommission in Marburg gegeben habe. Krause zieht aber auch trotz des negativen Ergebnisses ein positives Fazit der Bewerbung. Schließlich habe es in den zurückliegenden Monaten in Marburg aus gutem Grund eine große Begeisterung für die Weltkulturerbe-Idee gegeben.

Für Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) war schon der Prozess der Bewerbung „eine sehr produktive Phase“. Besonders hob Vaupel die „intensivierte Kultur der Kooperation“ zwischen Stadt und Universität hervor. Diese habe durchaus praktische Folgen wie das Ziel eines Marburg-Museums im Schloss, das die Geschichte von Stadt und Universität darstelle. Auch das gemeinsame Veranstaltungsformat „campus marburg“ sei ein weiteres Beispiel für diese Kooperation. So gelte also, dass sich angestoßen durch die Bewerbung einiges in der Stadt Marburg bewegt habe.

Auf der Habenseite des Bewerbungsprozesses notieren Krause und Vaupel das umfangreiche historische Gutachten von Professor Willem Frijhoff.

Dennoch gestand der Oberbürgermeister im Gespräch mit der OP ein, dass es keine große Freude gebe, weil die Bewerbung nicht erfolgreich gewesen sei. Jetzt gelte es aber, die genaue Begründung der Kommission für die Nicht-Berücksichtigung abzuwarten. Eventuell könne die Einbeziehung weiterer europäischer Universitätsstädte ähnlicher Prägung wie Marburg in der weiteren Zukunft doch noch zu einem Erfolg in Sachen Weltkulturerbe verhelfen, so Vaupel.

von Manfred Hitzeroth

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