Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Trickgolf auf allerhöchstem Niveau

Trickgolf Trickgolf auf allerhöchstem Niveau

Manche Spieler können durch ihre Leistungen auf dem Golfplatz glänzen. An das, was Karsten Maas mit Ball und Schläger veranstaltet, werden sie wohl nie herankommen.

Voriger Artikel
Marburg fehlen 10 Millionen
Nächster Artikel
Tour de Natur auf Umwegen

Dem „Balljungen“ auf dem Boden ist nichts passiert.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Die Sportart Golf kennen viele, Minigolf wahrscheinlich noch mehr. Aber was bitte schön ist Trickgolf? Auch eine Sportart, soviel sei verraten. Aber die technischen Voraussetzungen gehen weit über beides hinaus. Davon konnten sich kürzlich auf dem Gelände des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg (OHGC) mehr als 70 Interessierte überzeugen. Viele waren nicht gezielt vorbeigekommen, sondern blieben fasziniert mit ihren Autos auf der Straße direkt neben der Driving Range, dem Übungsgelände, stehen. Und staunten, was Karsten Maas mit den Bällen und Schlägern veranstaltete.

Möglichst viele Bälle auf einmal

Der Däne begann 1974 im Alter von neun Jahren das Golfen. Der erste Rat seines damaligen Golflehrers: Bälle spielen, üben, üben und zur Übung noch mehr üben. Eigentlich klar, wenn man der Beste werden will. Aber Maas wollte lieber Runden spielen, statt sich auf der Driving Range mit Übungsschlägen zu beschäftigen. Also legte er den Rat seines Trainers ein bisschen anders aus: Er versuchte, zwei, drei und mehr Bälle auf einmal oder beidhändig zu spielen. „Natürlich kann man damit auch Freunde auf einer Runde beeindrucken“, sagte Maas.

Beeindruckt hat der Däne, der fließend deutsch und englisch spricht, auf jeden Fall die Mitglieder des OHGC. Maas stellt einen Teil seiner Schläger selber her. So zeigt er, dass man auch mit einem zum Bügeleisen stilisierten Baseballschläger oder auch mit einem Schuh den Ball weit schlagen kann.

Weltrekord verbessert

„Manchmal klappt alles beim Training und dann bei einem Turnier dann nichts mehr“, sagte Maas. Sein Tipp: Auch mal die Rückseite probieren. Aber vor allem die Länge ist ein Thema für den Dänen, der als 21-Jähriger Profi geworden ist und auf dänischen und deutschen Golfplätzen heute ein gefragter Trainer ist: 2009 drosch er einen Golfball 123 Meter weit - mit einem Schläger, der 4,09 Meter lang war. Dieser Weltrekord wurde aber eingestellt - „von einem Holländer“. Das alleine war Motivation genug für ihn, es noch einmal zu probieren. Im April dieses Jahres setzte er eine Eigenproduktion ein: Ein 4,37 Meter langer Schläger. 156 Meter weit landete der Ball - ein neuer Weltrekord war geboren.

„Es macht mir Spaß, mein Wissen an junge Nachwuchsgolfer weiterzugeben“, sagte Maas. Nun war er mit der Jugendgruppe des OHGC auf dem Golfplatz in Cölbe-Bernsdorf unterwegs. „In den vergangenen Jahren haben wir immer ein Golfcamp für die Jugend angeboten. Aber die Resonanz ist immer geringer geworden. Deswegen haben wir in diesem Jahr Karsten Maas eingeladen“, sagte Andreas Schulz, Schriftführer des OHGC. Vielleicht ist in Zeiten von Crossboccia und Unterwasserrugby ja Trickgolfen angesagter als die klassische Variante.

von Andreas Arlt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr