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Erfolgreiches Projekt Treu im Spiel, verlässlich als Partner

Ein Islandhund, ein Vizlamix, ein Golden Retriever, ein Australian Shepherd und ein Kopov Bracke haben die „Hunde AG Lebenshilfe“ zu einem Erfolg werden lassen.

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Carina Birx und ihr Golden Retriever Klara werden von Michael begrüßt. Klara verteilte auch freundliche Nasenstupser an Michael und Maren,

Quelle: Götz Schaub

Marburg. Im Sommer stellten sich fünf Hundeführerinnen der THW-Rettungshundestaffel mit ihren Hunden einer neuen Herausforderung. Sie boten als Teil des Sommerprogramms der Lebenshilfe eine Hunde-AG an. Was erst einmal recht nüchtern und unspektakulär klingt, war aber für alle Teilnehmer ein echtes Experiment mit offenem Ausgang: für die Hundeführerinnen, für die Hunde und die Menschen mit geistiger Behinderung der Lebenshilfe, die sich in diese AG einwählten. Ute Grundey von der Rettungshundestaffel wollte es wissen: Können Menschen mit geistiger Behinderung den gleichen Nutzen im Bereich Konzentration, Wahrnehmung und Selbstbewusstsein aus der Arbeit mit Hunden ziehen wie etwa Kinder einer Schulklasse?

Bisher waren die Mitglieder der THW- Rettungshundestaffel immer nur zu einem einmaligen Sommerbesuch, also für einen vergnüglichen Nachmittag ins Freizeitzentrum der Lebenshilfe gekommen. Für das Experiment waren dieses Mal nach zwei Vorbereitungstreffen drei Termine vorgesehen. In den Vorbereitungstreffen wurden die Hundeführerinnen geschult und die Hunde hinsichtlich ihrer Kommunikationsfähigkeit mit Fremden und ihrem Stressverhalten eingeschätzt. Der Kontakt lief über den kleinen „Dienstweg“. Kathrin Feußner von der Lebenshilfe ist mit Ute Grundey befreundet. Zehn Menschen mit geistiger Behinderung und unterschiedlichem Alter trafen sich dann mit fünf Hundeführerinnen und gingen es gemeinsam an. Wer Zeuge des Wiedersehenstreffens kürzlich im Gebäude der Lebenshilfe in Wehrda wurde, konnte schnell davon überzeugt werden, dass die drei Treffen im Sommer ein totaler Erfolg waren, der noch sehr lange nachwirken sollte. Die Teilnehmer der AG erkannten „ihre“ Hunde, sofort wieder und zeigten große Freude über das Wiedersehen. Und was noch viel beeindruckender war: Sie erinnerten sich an alles, was sie im Sommer mit den Hunden gemacht hatten und konnten direkt daran wieder anknüpfen. Dirk begrüßte Islandhund Dóni wie einen guten geschätzten Freund. Und Dóni enttäuschte ihn nicht. Alles, was die beiden im Sommer konzentriert erarbeitet hatten, klappte beim Wiedersehenstreffen vorzüglich. Die Kommandos saßen noch, als habe man sie erst gestern noch gesehen. Auch bei den anderen AG-Teilnehmern war es nicht anders. Nur brauchten sie ein paar Minuten länger als Dirk, um sich wieder einzufinden. Souverän meisterten sie ihre Aufgaben, führten die Hunde gekonnt an der Leine, ließen sie Dinge suchen und bestimmten durch klare Kommandos das Verhalten der Hunde. Diese werden natürlich auch mit Leckerlis belohnt. „Es ist sicher eine positive Erfahrung, dass Menschen, die nicht selbstbestimmt ihr Leben führen können, erleben, dass sie eine gewisse Verantwortung für ein Tier übernehmen können“, sagt Ute Grundey.

Bei allem Spaß darf nicht vergessen werden, dass die Tiere sehr gefordert wurden. Im Sommer waren sie nach zwei Stunden Arbeit müde und erschöpft. Doch hatten die Hundeführerinnen Ann-Kathrin Schmidt, Friederike Brettschneider, Carina Birx, Svenja Heinrich und Ute Grundey das Gefühl, dass ihre Hunde im Kontakt mit Menschen mit geistiger Behinderung viel lernen konnten.

von Götz Schaub

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