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Trendige Gummikringel

Rainbow Looms Trendige Gummikringel

Es ist die Ferienbeschäftigung schlechthin bei den 7- bis 13-Jährigen: Rainbow Looms. Mithilfe einer Art Häkelnadel und flinken Fingern werden grellbunte Gummiarmbänder gefertigt. Ob ich das mit 30 Jahren auch lernen kann?

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Marburg. Was David Beckham trägt ist ein Hingucker. Was die zierlichen Arme von Kate Middleton, der Herzogin von Cambridge, und Gattin von Prinz William, schmückt, ist sowieso ein Trend. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die „Rainbow Looms“ genannten Gummiarmbänder in diesem Sommer der neueste Schrei sind.

Ob Becks und Kate die Bänder selbst anfertigen, lässt sich schwer sagen. Das allerdings hat mich nicht daran gehindert, diese Herausforderung in Angriff zu nehmen: Was Erstklässler können, muss doch auch für 30-Jährige zu lernen sein.

Aller Anfang dabei ist schwer. Nach dem Kauf eines Starter-Sets mit dem nötigen Zubehör, heißt es erst einmal Anleitung studieren, Gummiringe und die eigenen Finger sortieren.

Anleitung führt in die Irre

Erkenntnis 1: Gelbe Ringe sind in der Unterzahl. Das ist zumindest dann schlecht, wenn man sich - wie ich - für ein zweifarbiges Muster in Gelb und Hellblau entschieden hat. Ich starte dennoch, in der Hoffnung, dass die vorhandenen Ringe ausreichen.

Es geht los: In den „Monster Tail“ genannten Mini-Webrahmen werden die ersten Gummis eingespannt. Mit dem Loom - der sieht aus wie eine ganz normale Häkelnadel - wird das unterste Gummiband über das oberste gestülpt. Ähnlich wie bei der Strickliesel - alle Menschen, die mein Alter haben oder älter sind, kennen dieses Spielzeug noch - wird immer wieder ein Band über ein anderes gehoben. Herauskommt ein Bänderwurm, zumindest soll er das.

Erkenntnis 2: Anleitungen können fehlerhaft sein. Ich befolge genau die bildhafte Anleitung aus dem Starter-Set. 1 bis 9 habe ich schnell erledigt. Dann werden die Schritte 1, 2 und 4 sowie 6, 7, 8 und 9 wiederholt. Auch nicht so schwer. Denkste. Kompliziert wird es als ich dies mehrere Male wiederholt habe und eine Unlogik feststelle: Statt eines Wurms, der unter dem Rahmen herauswächst, wachsen die Gummiringe auf dem Rahmen, sodass ich mit dem Abheben Schwierigkeiten bekommen. Nach intensivem Auswerten der Bilder und meiner Arbeit, beschließe ich ein Video aus dem Internet zurate zu ziehen.

Erkenntnis 3: Die Anleitung ist definitiv falsch. Ich habe Recht: Die Bilder sind falsch. Im Video sehe ich, wie es richtig gemacht werden muss. Ich nehme mein Werk wieder auseinander und beginne von vorn. Neues Spiel, neues Glück. Diesmal stimmt es. Mein zukünftiges Armband wird länger, die Gummiringe vor mir weniger - allen voran die gelben. Immer wieder heißt es aufspannen und abheben. Mittlerweile sind fast eineinhalb Stunden verstrichen. Ich bin fast fertig. Das heißt, ich bin gezwungen fertig zu sein, denn die gelben Kringel sind aufgebraucht.

Zu dicke Finger

Erkenntnis 4: Ich habe zu dicke Finger. Die Enden auf den C-förmigen Verschluss aufzufädeln erfordert ziemlich viel Fingerfertigkeit und am besten kleine, schmale (Kinder-)Finger. Ich will nicht sagen, dass ich ungeschickt bin, aber es gelingt mir partout nicht, die Enden des Bandes einzufädeln, ohne dass Maschen herunterfallen. Wer stricken kann, weiß, wovon ich rede. Mithilfe der Nadel und viel Geduld habe ich mein erstes „Rainbow Loom“ dann schließlich doch vollendet.

Erkenntnis 5: Was Erstklässler hinbekommen, ist auch für Erwachsene zu lernen. Für mein zweites „Rainbow Loom“ brauche ich - dank Video-Anleitung - trotz komplizierterem Muster und drei verschiedenen Farben nur noch eine halbe Stunde.

Erkenntnis 6: Wer ein zweites Band gemacht hat, macht auch ein drittes. Ich bin angefixt. Und ich weiß jetzt, wie der Sommertrend entstanden ist: Nicht das Tragen der „Rainbow Looms“ macht ihn aus: Vielmehr ist es die Genugtuung und der Stolz, das Armband selbst gebastelt zu haben. Bestimmt ging es auch David Beckham und Herzogin Kate so ...

von Katharina Kaufmann

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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