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Trend: Rot-Grün baut Mehrheit aus

Stadtparlament Marburg Trend: Rot-Grün baut Mehrheit aus

Marburg hat gewählt. Die rot-grüne Koalition hat ihre Mehrheit im Stadtparlament nach dem ersten Trend deutlich ausgebaut.

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Bei der Wahlparty im Rathaus fanden sich Vertreter unterschiedlicher Parteien ein und verfolgten neben den Auszählungen für die OB-Wahl auch die Ergebnisse des Trends fürs Stadtparlament.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg . Zwar ist es nur ein vorläufiges Ergebnis, weil bisher nur 53 Prozent der Stimmzettel ausgezählt wurden. Das sind die Stimmzettel, bei denen komplette Parteilisten angekreuzt wurden. Es folgen noch die ­restlichen Stimmzettel, bei denen kumuliert und panaschiert wurde. Doch der vorläufige Trend war bei der letzten Wahl im Jahr 2006 schon sehr genau. Und soviel ist jetzt schon sicher: Die rot-grüne Rathauskoalition hat bei der Kommunalwahl am Sonntag ihre bisher extrem knappe Mehrheit von einem Sitz deutlich ausgebaut. Mit 35 ­Sitzen im Stadtparlament könnten die SPD und die Grünen künftig über eine komfor­table Mehrheit verfügen. Der Verlierer ist eindeutig die CDU, die nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen sogar ihren Platz als zweitstärkste Partei im Stadtparlament verlieren könnte.
Bei der Stadtparlamentswahl im Jahr 2006 hatte die SPD als stärkste Partei mit 33 Prozent (20 Sitze) nur ein Prozent Vorsprung vor der CDU (19 Sitze) gehabt. Damals hatten die Grünen mit 17,6 Prozent (10 Sitze) Platz drei belegt. Auf den weiteren Plätzen folgten vor fünf Jahren die „Linke“ mit 8,8 Prozent (5 Sitze) vor der DDP mit 4,9 Prozent (3 Sitze) und der Marburger Bürgerliste mit 3,2 Prozent (2 Sitze).
Über das gute vorläufige Ergebnis der SPD war SPD-Parteivorsitzender Steffen Rink im Gespräch mit der OP am Sonntagabend selbst überrascht. „Die SPD will Rot-Grün weiter fortsetzen“, bekräftigte Rink.
Begeistert von dem Ergebnis für seine Partei und die Koalition zeigte sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Dietmar Göttling. Statt bisher 10 Sitzen im Parlament kommen die Grünen nun wohl auf 14 Sitze, wenn sich das Ergebnis bestätigt. Göttling gestand im Gespräch ein, dass die Diskussionen nach dem Atomunfall in Japan vielleicht ein wenig zu dem guten Ergebnis der Grünen beigetragen hätten.
Für die CDU sieht das Ergebnis nach dem bisherigen Trend nicht gut aus: Von bisher 19 Sitzen würden auf sie nun 14 fallen. „Wir sind nicht der Wahlgewinner“, machte CDU-Fraktionsvorsitzender Philipp Stompfe auf Anfrage der OP klar. „Das Ergebnis ist alles andere als zufriedenstellend“, sagte Stompfe, der allerdings auch auf eine Verbesserung des vorläufigen Trends hofft.
Für die „Marburger Linke“ freute sich Henning Köster-Sollwedel in der Einschätzung des Ergebnisses, dass es seiner Partei gelungen sei, den vierten Platz in der Marburger Wählergunst mit vier oder fünf Sitzen im Stadtparlament eindeutig zu verteidigen. „Es gab schließlich harte Konkurrenz“, meinte Köster. Die FDP wird wohl einen ihrer drei Sitze verlieren, genauso wie die Marburger Bürgerliste eventuell einen Sitz weniger erhält (ein Sitz statt zwei). Die „Bürger für Marburg“ waren nach einer selbstgewählten parlamentarischen Pause wieder angetreten und gewinnen wohl einen Sitz. Erstmals kandidierten die „Piraten“ in Marburg bei einer Kommunalwahl. Sie bekommen wohl auf Anhieb einen Sitz. „Wir freuen uns, dass unser Wahlkampf erfolgreich war“, sagte deren Spitzenkandidat Sascha Klee.

von Manfred Hitzeroth

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