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Trauerstammtisch soll Verlustschmerz lindern

Hinterbliebene Trauerstammtisch soll Verlustschmerz lindern

Trauern - und zwar gemeinsam. Das will eine Marburgerin ab sofort mit einem regelmäßigen Treffpunkt ermöglichen.

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Tod, Tränen, Trauer: In Marburg gibt es ab heute Abend einen Trauerstammtisch. Archivfoto

Marburg. „Mit Trauer nicht alleine gelassen werden, sich gegenseitig unterstützen und austauschen“, sagt Michaela Daum auf die Frage nach der Motivation für die Einrichtung eines Trauer-Stammtischs.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes vor einem Jahr habe sie in der schweren Zeit der Trauer große Unterstützung auf der Internetseite des Vereins verwitwet.de gefunden. Mitteilen, austauschen, Hilfestellungen und Informationen holen: zu jeder Tages- und Nachtzeit sei ein Ansprechpartner da gewesen. Für sie habe sich auf diesem Weg eine Gruppe gefunden, die mittlerweile regelmäßig über ein Smartphone-Chatprogramm in Kontakt stehe und Mitglieder in ganz Deutschland habe, mit denen auch hin und wieder Treffen vereinbart würden. Aus eben dieser Gruppe sei die Idee des regelmäßigen Trauerstammtisches in der Universitätsstadt entstanden.

Ziel des Stammtisches sei die Zusammenkunft von Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befänden und die die „gleiche Sprache“ sprächen, erklärt Daum.

Der Austausch mit anderen Betroffenen stehe an erster Stelle. Es solle aber auch ermöglicht werden, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen in allen Lebenslagen, beispielsweise durch berufliche Kenntnisse und Expertisen, die für jeweils Andere von Nutzen sein könnten. Außerdem wäre eine Telefonliste denkbar, um auch außerhalb des Stammtisches schnell Kontakte und Hilfe herstellen zu können. Sinn des Trauerstammtisches sei es aber auch, nach vorne zu blicken, mal wieder zu lachen und auch einfach „mal raus zu kommen“. Es solle Platz für Trauer und alles andere geben, im Gegensatz zu einer Trauergruppe, in denen oft nur Platz für Trauer sei.

Daum betont, dass Betroffene jeden Alters, auch verwaiste Eltern und auch nicht verwitwete Menschen an der Zusammenkunft teilhaben könnten.

von Michael Hahn

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